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Nach dem Tod von Iizasa Morisada, dem 18. Sôke der Tenshin Shôden Katori Shintô ryû im Jahre 1896, oblag die Leitung der Schule über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren seiner Frau sowie einer Gruppe von neun leitenden Lehrbeauftragten unter der Führung von Yamaguchi Kumajirô. Durch die immer wieder aufkommende Legitimationsfrage, sowohl seitens einiger schulexterner wie auch schulinterner Lager, scheint es sinnvoll zu sein, die moderne Geschichte der Schule nach dem Tode Morisada-senseis ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieser Artikel ist nur eine Kurzfassung dessen, was in den nächsten Jahren in umfassender Form publiziert werden soll. Nicht unter dem Deckmantel der Diffamierung – wie es in der Vergangenheit bereits der Fall war – sondern zur Aufklärung und zum Wohle und dem Fortbestand der Schule. Ich betone nochmals, dass der folgende Text nicht vollständig ist.

Einleitung

Durch die Gründung der Nihon Kobudô Shinkôkai im Jahre 1935 und die im Laufe der Nationalisierung wieder erstarkten Ansichten bezüglich den klassischen Kampfkünsten, gerieten jene immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit und fanden sich zusehends auch in den Lehrplänen diverser staatlicher Schuleinrichtungen und Ausbildungsstätten des Militärs wieder. So war es Sugino Yoshio, der erstmals Shintô ryû an diversen Volksschulen in und um Tôkyô unterrichtete, oftmals auch an rein weiblichen Schulen. Dieser Zeit gegenüber stand die Ausübung der Schule in Chiba am Katori-Jingû. Nach dem Tod des 18. Sôke Morisada-sensei und dem Umstand, dass es keinen leiblichen Erben zur Forführung der Schule gab, oblag die Obhut der Schule bei dessen Frau und einem Komitee neun leitender Shihan. Die Mitglieder waren: Yamaguchi Kumajirô, Kamagata Minosuke (welcher auch als offizieller Vertreter und Verwalter fungierte), Tamai Kisaburo, Shiina Ichizô, Itô Tanekichi, Kuboki Sozaemon, Isobe Kôhei, Hayashi Yazaemon und Hongû Toranosuke. Letztere zwei Herren waren am grossen Enbu zu Ehren des Tennô, dem Tenran Jiai, anwesend um dort die Schule zu repräsentieren.

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Obwohl die technischen Aspekte der Schule durch die Lehrerlinie weitergeben wurden, blieb nach dem zweiten Weltkrieg wenig davon übrig. Gab es vor dem Krieg eine hohe Anzahl von Lehrbefugten, so verringerte sich deren Zahl zusehends und mit dem Tod von Hayashi-sensei blieben nur zwei Shihan der Schule übrig. Obwohl man nicht von zwei unterschiedlichen Linien sprechen darf, so sind (augenscheinlich) Unterschiede in der technischen Ausführung doch klar zu erkennen. Diese Unterschiede sind aber nicht in den Kategorien von gut oder schlecht einzuordnen, sondern spiegeln die persönliche Entwicklung der jeweiligen Lehrer auf Basis ihrer Ausbildung und Erfahrung wieder. Wie auch damals, gibt es heutzutage unterschiedliche Arten und Weisen, wie die Shintô ryû ausgeführt wird, doch in ihrem Kern basieren sie alle auf der gleichen, allumfassenden Lehre.

Überblick über die Zweigstellen der Shintô ryû um das Jahr 1902

Aus der Hand von Yamaguchi Kumajirô stammt das Kongen no maki, eine Niederschrift über die Geschichte der Schule, veröffentlicht vom Honbu-Dôjô im Jahre 1902. Im Impressum finden sich nicht nur allgemeine Informationen zur Verwaltung des Honbu-Dôjô in Chiba, sondern auch zu den damaligen Shibu-Dôjô, den Zweigstellen der Schule. Im Jahr der Veröffentlichung gab es acht weitere (gelistete) Dôjô neben dem Honbu, in denen die Shintô ryû praktiziert worden ist. Im Folgenden eine Auflistung:

  1. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû Honbu – Zuständige: Tamai Kôhei, Hongû Toranosuke, Kuboki Sozaemon.
  2. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuHôkokukan – Leitung: Kamagata Minosuke
  3. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuShinbukan
  4. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuSeibukan
  5. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuMarishiten-kai – Verantwortliche: Tsuchiya Gennosuke, Tsuchiya Matsutarou
  6. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuKôbukai
  7. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuYôunkan – Leiter: Isobe Ichitarô
  8. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuMarishiten-kai – Verantwortlicher: Hayashi Sadayoshi, Kase Tôsuke
  9. Tenshin Shôden Katori Shintô ryû ShibuMarishiten-kô – Verantwortliche: Kase Seiji, Kase Yasutarô

Ungefähr zehn Jahre später kam zudem ein weiteres Dôjô in Tôkyô hinzu, unter der Leitung von Kaneko Masamitsu (später dazu mehr).

Die Zeit um die Jahrhundertwende war zudem geprägt von einiger Vorführungen von bedeutsamen Charakter: Im Jahre 1897 (Meiji 30) kam es im Saineikan, dem Dôjô auf dem Gelände des Kaiserlichen Palastes in Tôkyô, zu einer Vorführung im Beisein des Meiji-Tennô. 1912 (Meiji 45) vollzog der Kronprinz eine Schreinfahrt zum Katori-Jingû, in derem Zuge ebenfalls eine Vorführung abgehalten worden ist. Schüler der Shintô ryû zeigten Techniken aus dem Tachijutsu, Naginatajutsu, Bôjutsu sowie Iaijutsu in Rüstung und mit scharfer Klinge. Diese Vorführung sollte 1913 (Taishô 2) nochmals wiederholt werden.

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Genealogie

Mit dem Tod von Morisada-sensei im Jahre 1896 kam es zu einigen Verschiebungen innerhalb der Lehrlinie. Wie bereits erwähnt, oblag die Obhut der Schule bei den 9. Shihan. Shiigi Munenori spricht in seinem Buch von folgender (nicht vollständiger) Lehrlinie:

Iisasa Morisada (sieben direkte Schüler): Yamaguchi Kumajirô Eikan Mairaku / Tamai Saidô / Noguchi Jizaemon / Ono Heishichirô Moriichi / Shiina Ichizô / Hongû Toranosuke / Kaneko Shinoshô.

Ausgehend von Morisada-sensei Schülern ergeben sich folgende Linien:

Yamaguchi Kumajiô Eikan Mairaku (vier Schüler angegeben + deren Schüler):

  1. Yamada Genjirô – Yamada Katsujirô
  2. Hirano Gôrô
  3. Hayashi Sakunosuke – Yamada Genjirô – Yamada Katsujirô
  4. Hayashi Saiichirô – Hayashi Yazaemon – Ôtake Risuke

Tamai Saidô (keine Schüler angegeben)

Noguchi Jizaemon (ein Schüler angegeben): Hirano Gôrô

Ono Heishichirô Moriichi (keine Schüler angegeben)

Shiina Ichizô (zwei Schüler angegeben):

  1. Sugino Yoshio
  2. Torigae Yoshi

Hongû Toranosuke (vier Schüler angegeben):

  1. Shiigi Keibun
  2. Mochizuki Minoru
  3. Itô Kikue
  4. Sakamoto Toranosuke

Kaneko Shinoshô – Yamada Genjirô – Yamada Katsujirô

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Die Reise der Olive Lloyd-Baker

Olive Lloyd-Baker wurde 1902 in Gloucestershire, England, geboren und galt bis zu ihrem Tod im Jahre 1975 als einflussreiche Person in der Region ihres Geburtsortes. In der Mitte des Aprils 1927 kam sie für einige Zeit nach Japan und fand Unterkunft im Kaiserlichen Hotel. Durch einen Kontakt von Frau Noguchi Utako, einer Mitarbeiterin der englischen Botschaft, gelangen sie und ihre Lehrerin Frau Janes in das Dôjô von Kaneko Masamitsu, bei dem sie ihr Training Anfang Mai begannen. Dort lernten sie nicht nur die Techniken des Judô kennen, sondern liessen sich darüber hinaus auch in den Waffenkünsten der Shintô ryû ausbilden, hier inbesondere an den Techiken der Naginata. Das Judô-Training fand jeden Morgen von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr statt. Kaneko-sensei wird selbst einige Jahre früher (1913) in den Zeitungen erwähnt, im Zuge eines Berichts über eine Mutprobe in seinem Dôjô, die bei Nacht an einem von „Geistern umgebenen Platz“ im Stadteil Meguro stattfinden sollte. Dabei ging es um einen „Test der Leber/des Herzen“ oder im Japanischen Kimo no damashii genannt. Man verwendet diesen Begriff, wenn man auf den Mut oder die Courage von jemandem hinweisen möchte. Ebenfalls in diesem Artikel aus dem Jahre 1913 wird der Name Katori Shintô ryû erwähnt, allerdings in einer Schreibweise, die eher nach 1942 Verwendung fand und uns heute gut bekannt ist: 香取神道流. Es wird vermutet, dass Kaneko-sensei eigentlich in Chiba geboren worden ist, dort die Techniken der Schule lernte und später nach Tôkyô umzog. Wie wir bereits erkannt haben, gab es um die Zeit von 1900 eine Vielzahl von Shibu-Dôjô. Es wäre daher äußerst naheliegend, dass er entweder aus diesen Dôjô entsprang oder direkt im Honbu-Dôjô unterricht worden ist. Sein Dôjô befand sich im Stadtteil Ushigome Kitamachi, heutiger Stadtteil Shinjuku, Ortsteil Kagurazaka.

Wie lange die beiden jungen Frauen in Japan Unterricht genommen haben, ist nicht ganz klar. Fakt ist jedoch, dass Jahrzehnte vor Donn F. Draeger bereits zwei andere Ausländer die Techniken der Schule erlernten, sei es auch nur für einen kurzen Zeitraum. Somit hätte die lange Tradition ausländischer Schüler bereits im Jahre 1927 ihren Anfang genommen. Ebenfalls wäre damit gesagt, dass die Schule ebenso im Jahr 1913 in der Hauptstadt bekannt war, mit einem festen Sitz unter einem lizensierten Lehrer.

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Die Gründung des Kôdôkan Kobuô Kenkyûkai

Als Kanô Jigoro im Jahre 1928 seine Studiengruppe zum Kobudô innerhalb des Kôdôkan gründete (Kôdôkan Kobudô Kenkyûkai), waren es die vier Herren Shiina Ichizô, Tamai Kisaburô, Kuboki Sozaemon und Itô Tanekichi, die in regelmässigen Abständen Shintô ryû an jenem Ort unterrichten sollten. Sugino Yoshio und Mochizuki Minoru kamen dort erstmalig mit den Techniken der Schule in Berührung.

Die Gründung der Nihon Kobudô Shinkôkai im Jahre 1935

Obwohl Sugino Yoshio-sensei zu dem Zeitpunkt selbst einer der leitenden Lehrer der Schule war, konzentrierte sich sein Handeln überwiegend auf die Stadt, welches aber nicht bedeutete, dass er sich aus den Pflichten der Schule gegenüber herausnahm. Mehrere Ereignisse untermauterten seine Stellung innerhalb der Schule, darunter einige sehr prestigeträchtige Vorführungen in der Hauptstadt oder die Tatsache, dass er einen engen Kontakt zur Nihon Kobudô Shinkôkai pflegte und bei deren Gründung ebenfalls anwesend war. Zu diesen Ehren wurde im Jahre 1935 (Shôwa 10), dem Jahr der Gründung der Nihon Kobudô Shinkôkai, eine Reihe grosser Kobudô-Enbu ausgetragen, bei denen als eine der Hauptschulen auch die Shintô ryû anwesend war. Es wurde gezeigt: Kenjutsu, Iaijutsu, Bôjutsu sowie Naginatajutsu. Die Vorführenden waren u.a: Kamagata Minosuke, Tamai Saidô, Shiina Ichizô, Tsukamoto Rikinosuke, Hoshina Nenosuke, Sugino Yoshio,  Tsubaki Teizô, Hirano Jûji, Akiyama Isao, Shiina Daigaku und Itô Kikue (die Co-Autorin des „Budô Kyôhan). Interessant an dieser Auflistung ist, dass Frauen ebenfalls Teilnehmer der Vorführung waren.

Insgesamt gab es im Jahre 1935 vier Enbu seitens der Nihon Kobudô Shinkôkai: Das erste fand am 01. April im Hibiya Kôkaidô in Tôkyô statt, gefolgt von einem Weiteren am 5. Mai am Iseyama Kôtai Jingû in Yokohama. Zwei weitere Enbu fanden am 11. Juli am Kashima Jingû sowie am 12. Juli am Katori Jingû statt.

Shôwa Tenran Jiai

Bei den Shôwa Tenran Jiaihandelt es sich es sich um drei Wettkämpfe aus den Jahren 1929, 1930 und 1940 im Beisein des Shôwa-Kaisers Hirohito.  Im Zuge dieser Wettkämpfe, die primär dem Kendô und Judô zugeschrieben wurden, gab es auch einige zusätzliche Vorführungen. So hat Nakayama Hakudô beispielsweise im Jahre 1929 zusammen mit Takano Sasaburô die „Dai Nippon Teikoku Kendôkata“ (die Kendô-Kata des Grossjapanischen Kaiserreiches) vorgeführt, 1930 das Tameshigiri sowie 1940 eine Darbietung des Hasegawa Eishin ryû Iai.

Von Seiten der Shintô ryû waren die Herren Hongû Toranosuke (Ukedachi) und Hayashi Yazaemon (Kirikomi) anwesend. Neben der Jikishinkage ryû, welche ihr Naginatajutsu zeigte, war die Shintô ryû die einzige Schule, welche dem Gebiet der klassischen Schulen entsprang. Das Enbu umfasste ausschliesslich eine Demonstration der Kenjutsu-Kata aus den Sets des Omote no Tachi (Kata: Itsutsu no Tach, Nanatsu no Tachi, Kasumi no Tachi, Hakka no Tach), Gogyô no Tachi (Hotsu no Tachi), Gokui Shichijô no Tachi (Agenami no Tachi) sowie Ryôtô (Murakumo no Tachi). Das Tempo ist äusserst hoch und die dargebotenen Kata sind oftmals nicht leicht zu verfolgen. Bei der Demonstration der Ryôtô-Kata scheint es, als würde Hayashi-sensei von Hongû-sensei getroffen. Zudem kann man bei beiden Unterschiede in den Ausführungen der Technik und den Kamae erkennen.

Der Besuch der Hitlerjugend in Japan, 1938

Am 16.08.1938 erreicht eine 22 köpfige Gruppe der Hitlerjugend (mit Betreuer knapp 30 Personen) im Zuge des Japanisch-Deutschen Jugendaustauschs den Hafen von Yokohama und verliess das Land wieder nach einem dreimonatigen Aufenthalt am 12.11.1938 vom Hafen Kobe aus. Während ihrer Zeit in Japan bereiste die Gruppe das gesamte Land, darunter die Stadt Sapporo auf Hokkaidô, Ôsaka, Gifu, Nagoya Tôkyô, Kumamoto und Miyazaki auf Kyushû sowie einige weitere Orte. In Gifu, genauer gesagt in der Stadt Seki, besuchte die Gruppe z.B. eine Schmiede und war ebenfalls anwesend bei einer Vorführung der Schmiedekunst.

Am 15. September 1938 kam es zu einer Kobudô-Darbietung im Kokumin Taiikukan,  der Nationalsporthalle in Hitotsubashi, Stadtteil Kanda in Tôkyô, bei der verschiedene Stile vorgestellt wurden. Ebenfalls an diesem Tag hat die Gruppe dem Yûshûkan, dem ältesten Kriegsmuseum Japans am Yasukuni-Jinja, einen Besuch abgestattet. Der genaue Ablauf lautet wie folgt:

  1. Besuch des Kriegsmuseum am Yasukuni (Yûshûkan)
  2. Nihontô Tanrensho – Schmiedevorführung
  3. Mittagessen mit dem Minister für Bildung und Erziehung Araki
  4. Kobudô-Vorführung
  5. Besuch des Mitsukoshi Departmentstore in Ginza, Tôkyô

Die Kobudô-Vorführung began um 14:30 Uhr und endete um 15:40 Uhr. Organisiert wurde sie von der Vereinigung für japanische Kultur. Zu Beginn gab es eine shintôistische Zeremonie mit anschliessender Rede von Koyama Matsukichi, dem Direktor der Vereinigung. Die vorführenden Schulen waren:

  • Takeda ryû (Jingaijutsu) – Kanno Yubu
  • Heki ryû (Kyûjutsu) – Doi Hikotaro
  • Tatsumi ryû (Iaijutsu) –  Kato Hissashi
  • Shinnoshindô ryû (Jûjutsu) – Suzuki Takeyo und Imai Kaneko (beides Frauen), Imai Fukutaro, Imai Ryojiro
  • Tendô ryû (Naginatajutsu)    – Takakuwa Uchiko und Aoki Taeko (beides Frauen)
  • Shinkage ryû (Jûjutsu) – Takisawa Tsunesaburo und Sato Shijirô
  • Shintô Musô ryû (Jôjutsu) –  Shimizu Ryûji
  • Ikkaku ryû (Jittejutsu) – Miyakawa Tatsuzo
  • Isshin ryû (Kusarigamajutsu) – Katsumi Keiichi
  • Sosuishitsu ryû (Jûjutsu) – Sugiyama Shotaro
  • Katori Shintô ryû (Tachijutsu, Bôjutsu, Sôjutsu) – Shiina Ichizô, Sugino Yoshio, Sugino Kimiko (die jüngere Schwester von Sugino Yoshio), Sugino Akio (ältester Sohn Yoshio Suginos aus erster Ehe) sowie Sugino Shigeo (ältester Sohn Yoshio Suginos aus zweiter Ehe).
  • Negishi ryû (Shurikenjutsu) – Horikoshi Gengi
  • Heki ryû (Kudayajutsu) – Ouchi Giichi

Die momentane Situation

Momentan gibt es zwei Dôjô die offiziell die Erlaubnis erteilt bekommen haben, Shintô ryû zu unterrichten. Dabei handelt es sich um das Dôjô von Ôtake Risuke in Narita sowie das Dôjô von Sugino Yukihiro in Kawasaki. Ein weiteres Dôjô unter der Leitung von Shiigi Munenori steht (nach jetzigem Kenntnisstand) nicht in direkter Verbindung zum Sôke. Ein Indiz dafür ist die unterschiedliche (alte) Schreibweise der Schule 神刀流 anstatt 神道流. Shiigi Munenori hat unter seinem Vater gelernt, welcher wiederum bei Hongû Toranosuke in die Lehre ging. Shiigi-sensei ist Sôke des Ichigidô, einem System welches Techniken unterschiedlicher Schulen vereint (Shintô ryû, Kashima Shintô ryû, Ono-ha Ittô ryû, Takenouchi ryû Iai). Zudem hat er in den letzten Jahren vermehrt duch seine Publikationen größere Bekanntheit erlangt. Desweiteren ist anzumerken, dass er für einige Zeit bei Ôtake-sensei Unterricht genommen hat.

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Wie bereits erwähnt hat Sugino Yoshio die Shintô ryû zuerst im Kôdôkan und später im Honbu-Dôjô gelernt. Ôtake Risuke hat indes direkt unter Hayashi Yazaemon gelernt. Das Training fand nicht im Honbu-Dôjô statt, sondern auf dem Privatgrundstück von Hayashi-sensei in Asahi, Chiba.

An dieser Stelle endet der Artikel – vorerst. Eventuell wird es in den nächsten Monaten eine Fortsetzung geben.

Yours in Budô,
Micha

Hallo,

spricht man von den japanischen Kampf- und Kriegskünsten, sei es unter dem Banner der Begriffe Budô, Kobudô, Koryû Bujutsu oder Bugei, geht man in aller Regel von einer Ausbildung innerhalb des Kriegerstandes¹ aus. Im Laufe ihrer Geschichte haben sich jedoch aus den Schulen des Koryû Bujutsu eigene Traditionen entwickelt, welche insbesondere unter der Landbevölkerung, also denjenigen, denen es nicht gestattet war, Schwerter zu führen, Anklang fanden. Obwohl es natürlich auch Schulen gab, die klassischerweise dem Koryû Bujutsu entsprangen und, wie beispielsweise die Tennen Rishin ryû 天然理心流, im großen Maße auch weiterhin ihre Kunst an Nicht-Bushi weitergaben, enstanden doch jene, welche explizit der Landbevölkerung zu Gute kommen sollten und sich heutzutage insbesondere auf kulturellen Festlichkeiten, sogenannten Matsuri 祭り, beobachten lassen. Viele dieser Schulen kann man unter den Begriffen Bô no te 棒の手 (Die Methode des Bô) oder Bô odori 棒踊り (Bô-Tanz) zusammenfassen, wobei letzterer Begriff in vielen Fällen sehr schlüssig die Art und Weise der Ausführung der Techniken beschreibt, als eine Art religiösen Tanz, um u.a. für reiche Ernten und Glück im Jahr zu bitten. Jedoch gibt es auch Schulen, welche schlicht die Bezeichnung des Bôjutsu 棒術 verwenden, worunter man aber nicht nur den Umgang mit dem Bô versteht, sondern auch Techniken mit dem Schwert oder der Naginata.

Es scheint nicht verwunderlich, dass viele dieser Schulen enge Beziehungen zu Shintô-Schreinen pflegen und oftmals auch nur zu bestimmten Zeiten im Jahr ihre Künste darbieten. Insbesondere in der Präfektur Aichi, ca. 300 Km von der Hauptstand Tôkyô im Westen den Landes gelegen, hat sich bis heute eine Vielzahl dieser Schulen bewahrt, welche in den meisten Fällen direkt aus den Schulen des Koryû Bujutsu entstanden sind, darunter bekannte Vertreter wie die Shinkage ryû 新影流棒術, die Tôgun ryû 東軍流 oder die Musô ryû 夢想流.

In der Stadt Kumagaya, in der heutigen Präfektur Saitama, hat sich eine sehr spezielle Art der Katori Shintô ryû 香取神道流 erhalten, welche sich selbst als Shintô Katori ryû Bôjutsu 神道香取流棒術 bezeichnet. Diese Ausprägung hat ihren Ursprung im 17. Jahrhundert und geht auf Nakatsugawa Matauemon 中津川亦右衛門 zurück. Insgesamt umfasst diese Schule 24 Methoden, jeweils unterteilt in 12 Omote-Formen, welche öffentlich auf Enbu gezeigt werden, sowie 12 Ura-Formen, die als geheime Techniken zur Selbstverteidigung ausgelegt sind. Zweimal pro Jahr, jeweils im Frühjahr (am zweiten Sonntag im April) und im Sommer (dritter Sonntag im Juli), werden die Techniken der Schule der Öffentlichkeit gezeigt. 1958 wurde die Schule zum geistigen Kulturschatz der Stadt Kumagaya ernannt.

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Grundlegend finden sich klare Anzeichung für die auch jetzt noch gegebene Verbindung zwischen der Ursprungsschule und der Shintô Katori ryû. Der Name der Schule sorgt anfangs vielleicht für Verwirrungen. Obwohl die Schule Bôjutsu im Namen trägt, sind die Techniken reines Kenjutsu. Der Grund hierfür liegt, wie schon erwähnt, an der Tatsache, dass das einfache Volk unter Restriktionen stand, welche das Tragen von bestimmten Waffen verbot. Da der Bô in diesem Sinne nicht betroffen war, fügte man der Schule diesen Namenszusatz an und konnte somit die Fortführung der Schule sicherstellen.

Das folgende Video zeigt jenes Shintô Katori ryû und sollte inbesondere von Schülern der Katori Shintô ryû genauer in Augenschein genommen werden:

Wie schon erwähnt hat sich insbesondere in der Präfektur Aichi eine reichhaltige Kultur dieser Kunstform bewahrt. Die Städte Toyoda und Owari-asahi blicken auf eine Lange Tradition des Bô no te zurück. Allein in Letzterer finden sich folgende fünf Schulen: Muni ryû 無二流, Gentô ryû 検藤流, Jikishinga ryû 直心我流, Tôgun ryû 東軍流 sowie die Jikishimusô Tôgun ryû 直師夢想東軍流. Anbei eine kleine Auswahl an beweglichen Bildern. Man bemerke die Umgebung.

Kamata ryû 鎌田流, ebenfalls aus der Präfektur Aichi:

Tendô Kamata ryû 天道鎌田流 (Stadt Toyota)

Jikishimusô Tôgun ryû 直師夢想東軍流

Das folgende Video ist gut 20 Minuten lang und zeigt das Bôjutsu der Muhi ryû, welche in der Präfektur Ibaraki bis in die heutige Zeit überliefert worden ist. Die Techniken werden auch als Taya no bôjutsu 田谷の棒術, nach dem Ort der Ausübung, benannt. Obwohl der kämpferische Aspekt im Vergleich zu den vorangegangen Videos höher ist, hat diese Schule eine ebenfalls sehr enge Bindung zum Kasuga-Schrein der Stadt Mito in Ibaraki. Die Techniken selbst gehen bis auf die Schlacht von Sekigahara zurück. Die Schule wurde ab dem Jahre 1783 in Taya gelehrt und hat bis zum heutigen Tag mehr als 700 Schüler in den Techniken unterrichtet. Im Video sieht man kurz eine sehr dicke Schriftrolle. Dabei handelt es sich um das Schülerregister, welches von Generation zu Generation weitergereicht worden ist. Im Jahr 2011 wurde die Schule zum geistigen Kulturschatz der Stadt Mito ernannt.

Wie man sieht, haben sich neben den kriegerischen Traditionen ganz eigene, charakteristische Stile der Landbevölkerung entwickelt. Ebenso ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese Art der Traditionspflege sich über Generationen hinweg gehalten hat, scheinen sie sich doch auch heutzutage noch  unheimlicher Popularität zu erfreuen.

Yours in Budô,
Micha

¹Auf eine genaue Definition des Kriegerstandes wird an dieser Stelle abgesehen, doch ist den meisten Lesern sicherlich bewusst, auf welche Personengruppen ich abziele.

 

Hallo

Kurz vor Weihnachten zwei kurze Linkempfehlungen:

International Suigetsujuku Bujutsu Association 国際水月塾武術協会

Der Name klingt ein wenig umständlich, doch handelt es sich dabei um die Organisation von Osano Jun 小佐野淳, welche in Deutschland von Carsten Schroeder aus Berlin vertreten wird.Osano-sensei hat in den 30 Jahren viele Bücher zum Thema Koryû Bujutsu verfasst und seit einiger Zeit pflegt er einen Blog über die klassischen Schulen Japans. Einziger Haken: Dieser ist – wer hätte es anders gedacht – auf Japanisch.

Kokusai Suigetsujuku Bujutsu Kyôkai

Es lohnt sich trotzdem, dem Blog mal einen Besuch abzustatten. Die vielen Fotos sind wirklich interessant anzuschauen.

Traditional Arrow Craftsman

Beim zweiten Link handelt es sich um ein Interview mit Herrn Koyama Saburo, Pfeilmacher in 6. Generation. Chris Glenn, Mitglied der Owari-kan ryû, hat dieses Interview durchgeführt.

Einleitungstext:

Born in 1948, Koyama Saburo is a 6th generation arrow craftsman and current president of his Meiji Era established arrow making firm, Koyama-Ya.In 2008, he was the recipient of an Aichi Prefecture Regional Crafts and Technology Achievement Award. That same year he was also awarded the Okazaki Business Award for Innovation through the Protection of Traditional, Cultural Techniques.

Zum Interview

Yours in Budô

Micha

Hallo,

ein wirklich wunderschönes Interview mit Kato-sensei von der Owari-kan ryu wurde vor einiger Zeit auf Japanworld.info veröffentlicht:

Kato Isao. 13th Heir of the Owari Yagyu Shinkage Ryu,
and Master of the Shunpukan Dojo

Born to an Owari clan warrior family in 1933, and a descendant of the great samurai general, Kato Kiyomasa, Kato Isao began learning Judo, Karate and Kendo from the age of eight. From there he became a disciple of Owari Yagyu Shingake Ryu style under Kanbei Kanehichi  He inherited the leadership of the classical martial art and the Shunpukan Dojo from Master Kanehichi. The Shunpukan Dojo is currently operated from the second floor of his company’s factory.

Interview

Am Samstag werde ich die Gelegenheit bekommen, ihn einmal live erleben zu dürfen. Ich freue mich auf den Besuch im Shunpukan, in dessen Zuge ich mich auch von einem Freund verabschieden werde, einem Schüler von Kato-sensei.

Die Zeit in Japan neigt sich dem Ende…wer weiss, was noch alles kommen mag.

Yours in Budo,

Micha

Im Zuge des Abschlusses des Antikominternpakts im Jahre 1936 zwischen dem Deutschen Reich und dem Japanischen Kaiserreich, kam es in den folgenden Jahren zu diversen Besuchen auf politischer und kultureller Ebene, insbesondere auch auf dem Gebiet des Jugendaustauschs: Im Frühjahr 1938 machte sich erstmals eine Delegation aus Japan auf den Weg nach Europa. Der Grund: Die Verbreitung japanischer Sportarten, insbesondere des Jûdô und Kendô. Die Hauptakteure, 12 junge Studenten nahmhafter Universitäten, bereisten innerhalb von drei Monaten Italien, Deutschland und Frankreich und trafen während ihrer Zeit nicht nur auf hochranrige Mitglieder der jeweiligen herrschenden Schicht, sei es Mussolini oder aber Adolf Hitler, sondern boten darüber hinaus mehrmals die Gelgenheit zum sportlichen Austausch. Dieses Reise wird in einem späteren Artikel noch näher betrachtet, doch im Folgenden wird auf das Pendant von deutscher Seite aus eingangen.

Am 16. August 1938 erreicht eine 30 köpfige Gruppe der Hitlerjugend Japan per Schiff der Norddeutschen Lloyd Gneisenau den Hafen von Yokohama im Zuge des Deutsch-Japanischen Jugendaustauschs. Unter tosendem Applaus wurde sie am nächsten Tag am Bahnhof Tôkyô von einer Menge jubelnder Japaner empfangen. Während ihres dreimonatigen Aufenthalts im Land der aufgehenden Sonne bereiste die Gruppe zahlreiche Plätze und absolvierte eigens für sie organisierte Schulungen zur japanischen Kultur und Mentalität und knüpfte, insbesondere mit der japanischen Vereinigung junger Männer, einige Kontakte. Die Japan Times titelte in ihrer Ausgabe vom 18. September 1938: „Willkommen, Hitlerjugend!“. Nahmhafte Firmen deutschen wie auch japanischen Ursprungs schalteten grossflächige Werbeanzeigen, darunter Bosch und Leitz und die Ausgabe war fast ausschliesslich diesem Ereignis gewidmet.

Wieso ist nun aber diese Reise aus Sicht der Kampfkunst von Interesse? Nun, während ihrer Zeit in Japan war die Gruppe ebenfalls an einer Vorführung altjapanischer Kampfkünste in der Nationalsporthalle in Kanda, Tôkyô am 15. September anwesend. Bereits an dem Tag hatten sie das Kriegsmuseum am Yasukuni-Schrein, dem Yûshûkan, einen Besuch abgestattet und anschliessend mit dem Minister für Bildung und Erziehrung, Herrn Araki, zu Mittag gegessen. Die Vorführung selbst begann um 14:30 Uhr und endete um 15:40 Uhr. Organisator war die Vereinigung für Japanische Kultur. Zu Beginn gab es eine shintoisitische Zeremonie gefolgt von einigen einleitenden Worten von Koyama Matsukichi, dem Direktor der Vereinigung. Die erste Darbietung der Vorführung kam von Seiten der Takeda ryû, welche ihr Jingaijutsu zeigte, die Signalgebung mit Hilfe einer Muschel. Es folgten weitere Darbietungen im Iaijutsu (Tatsumi ryû), Jûjutsu (Shinkage ryû, Shinnoshindô ryû, Sosuishitsu ryû), Jôjutsu (Shintô Musô ryû), Naginatajutsu (Tendô ryû), Kudayajutsu (Heki ryû) und einige weitere. Die Katori Shintô ryû war ebenfalls anwesend und zeigte ihr Tachijutsu, Bôjutsu und Sôjutsu. Shiina Ichizô-sensei sowie Sugino Yoshio-sensei und einige weitere Mitglieder seiner Familie waren die Vorführenden. Ihre Gruppe war mit fünf Teilnehmern auch die Grösste an diesem Tag. Von der gesamten Reise wurde ebenfalls ein Film angefertigt, der in den folgenden Monaten sowohl in Japan wie auch in Deutschland gezeigt worden ist. Ob diese Vorführung ebenfalls dort zu sehen ist, ist nach jetzigem Informationsstand nicht ganz klar.

Was sagt uns dieses jetzt aber? Zunächst einmal soviel, dass die japapanische Regierung es für wichtig erachtet hatte, die klassischen Kampfkünste ihren Besuchern zu zeigen. Obwohl auch der Kôdôkan sowie eine Schule für Sumô besucht worden sind, wurde eigens für die Koryû eine Veranstaltung organisiert. Desweiteren wird ebenfalls unterstrichen, welch Stellung die Sugino-Familie zu dem Zeitpunkt (und auch in den folgenden Jahrzehnten) hatte. Die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war geprägt von einer Reihe wichtiger Enbu, darunter die vier grossen Enbu zur Gründung der Nihon Kobudô Shinkôkai im Jahre 1935. Eines der spannendsten Enbu ist aber vermutlich jenes in Berlin im Jahre 1938, zur Zeit als die 12 Stundenten aus Japan in Europa weilten. Dieses wird in einem separaten Artikel zur gegebener Zeit veröffentlicht. Nur soviel sei verraten: Es fanden nicht nur Kendô- und Judôvorführungen statt. Tameshigiri, Iai und auch Katori Shintô ryû wurden gezeigt. Im Beisein von Adolf Hitler und in Answesenheit von Yoshio Sugino als einer der Vorführenden…

Anmerkung: In den kommenden Monaten wird es vermutlich auch zu dieser Vorführung noch neue Informationen und Erkenntnisse geben und sobald Alle bestmöglich zusammen getragen wurden, wird es einen weiteren, grossen und ausführlicheren Artikel zu diesem Thema geben.

Hallo,

am 28. und 29. Juli findet ein Meifu Shinkage ryu Seminar mit dem aktuellen Oberhaupt, Otsuka-sensei, in Buxheim in der Nähe von Memmingen statt.

Thema: Shurikenjutsu und Fundo Kusari der Meifu Shinkage ryu.

Es ist das erste Seminar mit Sensei in Deutschland und eine wirklich tolle Gelgenheit, diese sehr interessante Schule ein wenig näher kennen lernen zu dürfen.
Sensei ist ein ungemein interessanter und netter Mensch, sehr offenherzig und von äusserst hohem technischen Niveau.
Ich selbst konnte ihn bei meiner Reise nach Japan 2009 live erleben und war sichtlich angetan.

Wer Interesse an dem Thema Shurikenjutsu hat, sollte sich diese Gelgenheit nicht entgehen lassen.

Die Ausschreibung findet sich im Anhang.

Meifu Shinkage Ryu Seminar Germany

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

wie manch einer vermutlich schon erkannt hat, sind die Videos vom letzten Enbu in Matsushiro von meinem Blog wie von meinem Youtube-Channel verschwunden.

Das hat den Grund, dass ich am Wochenende, sagen wir – bestimmt und ernergisch – gebeten worden bin, die Videos sofort zu entfernen, da es Seitens der Verantstalter und einigen Teilnehmern zu Beschwerden gekommen ist.

Nun, was ich mir auf die Fahne schreiben kann, und dazu stehe ich, ist die Tatsache, dass ich die Verantstalter nicht gefragt habe, ob ich die Videos online stellen darf. Habe ich in Vergangenheit auch nie gemacht. Meiji Enbu, Kashima, Kyoto, um nur drei Grosse zu nennen. Oeffentliche Vorführung, öffentliches Gut. Schaden? Meiner Meinung nach keiner. Publicity? Perfekt! Fundamentalistische Ansichten bezüglich der Anpreisung der Schule? Nicht mehr zeitgemäss und altbacken.

Ich muss gestehen, früher habe ich es auch nicht gerne gesehen, wenn Dinge über meiner Schule veröffentlicht worden sind, insbesondere dann, wenn es sich um Techniken oder ergänzende Erklärungen zu den höheren Teilen der Schule gehandelt hat. Doch hat sich diese Art der Denkweise verändert.

Es gibt keine Geheimnisse.

Punkt.

Das, was wir als Okuden oder Gokui kennen, das, was früher das Überleben der Schule gesichert hat, also der technische Vorteil gegenüber den anderen Schulen, ist nichts weiter als ein Stadium in der Entwicklung eines jeden Einzelnen, welches bis dato noch nicht erreicht worden ist. In dieses Stadium kommt man nur durch die Kuden, die mündliche Unterweisung. Erst durch diese Anleitungen des Lehrers zum Handeln entwickelt man sich auf ein höheres Niveau. Wenn man ganz oben angekommen ist, spricht man dann noch von Okuden? Oder ist man einfach nur in der Schule voll aufgegangen und hat seinen Körper so gut wie möglich geschult, Schlachten überstanden und ein langes Leben gehabt?

Pseudo-traditionelle Gemeinnistuerei ist für unsere jetzige Zeit nicht mehr tragbar. Koryu sind am sterben. Japaner interessieren sich so gut wie gar nicht für diese Art der Kultur, ja, sie wissen oftmals garnicht, was Koryu überhaupt sind. Die Zeiten, in denen man die technischen Aspekte aus Sicht der Überlegenheit gegenüber anderen Schulen (oder auch aus kommerzieller Sicht) bewahren musste sind vorbei. Kennt man die Kuden nicht, kann man noch soviele Okuden-Techniken gesehen haben, doch hat man die Schule nicht im Geringsten verstanden.

Zeigt man der Welt nicht, was seit Jahrhunderten überliefert worden ist; sorgt man nicht für Nachwuchs und die Weitergabe des Feuers, sind diese Traditionen unweigerlich dem Tode geweiht.

Was wurden Bücher geschrieben über eine Vielzahl von Schulen, Videos publiziert, diverse Organisationen zur Erhaltung und zur Förderung der Kampfkünste begründet und was ist passiert? Es existieren immer noch konservative Ansichten, die sich der Entwicklungen der letzten Jahrzehnte wiedersetzen. Koryu müssen zu einem gewissen Teil mit der Zeit gehen. Dazu gehört auch eine liberale Umgangsweise mit öffentlichen Demonstrationen. Wenn man nicht will, dass etwaige Infos gestreut werden, solle man sich halt eine andere Herangehensweise überlegen.

Man muss sich ja nur einmal den Markt anschauen: Otake-sensei von der Katori Shinto ryu: Mehrere DVDs, Bücher, Dokumentationen. Von der Ono-ha Itto ryu gibt es auch ein Buch mit Titel „Itto ryu Gokui“, Kuroda Tetsuzan publiziert in regelmässigen Abständen im Hiden. BAB, der Nippon Budokan, das Bukokukai in Kyoto: DVDs noch und nöcher. Das Seminar an der Budo-Universitaet in Chiba: Seit über einem Jahrzehnt sind Koryu ständiger Gast.

Und da sag mir noch einmal jemand, Koryu wüden sich nicht präsentieren wollen…

Das Feedback seitens der Betrachter der Videos war jedenfalls eindeutig: Durchweg positive Rueckmeldung und oftmals eine gehörige Portion Erstaunen, dass solch Schulen in Japan noch existieren.

Persönlich werde ich meine Angewohnheiten jetzt jedenfalls nicht ändern. Wenn etwas wert ist gezeigt zu werden, sollte es gezeigt werden. Ich spreche nicht umsonst immer von Kampfkunst.

Das Feuer muss weitergegeben werden – auch wenn dieses heutzutage (im Kleinen) über Youtube und Facebook geschehen mag. Solange man das Training im Dojo nicht vergisst, die Prinzipien verinnerlicht und an die nächste Generation weiter gibt, sollte man ruhig mit der Zeit gehen können.

Was denkt die Leserschaft denn? Meinungen erbeten!

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

14 Tage, 5 Enbu. Harter Pflaster, aber geschafft.
Normalerweise ist man ja froh, wenn man die Möglichkeit geboten bekommt, Kampfkunst in Reinform sehen zu dürfen. Doch gibt es auch die Momente, in denen man einfach denkt „Gut jetzt. Ich will nicht mehr. Nicht NOCH eine Vorführung„.
So ist es mir gestern ergangen. Nagoya Enbu, wunderschönes Wetter, ein tolles Feeling und eine Iai-Stilrichtung, bei der ich wirklich fast eingeschlafen wäre – zum dritten, vierten Male. Obwohl auf den letzten Enbu andere Gruppen der selben Schule aufgetreten sind und obwohl sie sich in ihren Kataausführungen unterschieden haben, wurde ich zum großen Teil einfach nur gelangweilt. Da gibt man sich selbst als Batto, Hyoho, usw. aus und im Endeffekt sind die Kata tot und sagen nichts aus. Da gibt es in der Zen Nihon Kendo Renmei weit größere Herrschaften, die wirklich Ahnung von der Materie haben. Man siehe nur Ishido-sensei und seine Darbietung der Jushin ryu (man möge bei Youtube danach schauen).
Iai langweilt mich in letzter Zeit wirklich. Vielleicht habe ich zu viele Vorführungen gesehen, die nicht meinem Geschmack oder meinem Verständnis von Iai entsprochen haben. Vielleicht erkenne ich auch einfach nicht den inneren Sinn der Darbietungen. Wer weiß. Mehr Ausdruck, Intensität und dem Willen zu töten könnten den meisten Gruppen aber nicht schaden, auch wenn hier und da hohe Dangraduierungen und Shihan-Titel vor dem Namen stehen.

Yours in Budo,
Micha

ps: Die Videos und Fotos der jeweiligen Enbu folgen in den nächsten Beiträgen. Ein wenig Geduld sei also noch geboten.

Hallo,

vor kurzem habe ich ein Vorführungsvideo von einem Dôjô meiner Schule gesehen, welches nicht direkt mit unserer Lehrlinie in Verbindung steht. Wie jedes Mal, wenn ich mir Vorführungen dieser Gruppe und ihrer Art und Weise anschaue, wie sie die Kata ausführen, frage ich mich, welch Entwicklung wohl von Statten gegangen sein muss, damit wir zwei so verschiedene Herangehensweisen an die Kata bekommen haben. Meine Schule ist in der Hinsicht jedoch noch relativ simpel gestrickt. Schaut man sich in der weiten Welt der Koryû um, so ist es nicht verwunderlich, dass man manchmal den Überblick verlieren kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist wohl die Musô Jikiden Eishin ryû. Man kann eigentlich von Dôjô zu Dôjô gehen und man sieht zu einem Grossteil immer eine andere Interpretation und Herangehensweise an die Kata. Oder die Tennen Rishin ryû: Diverse Linien, unterschiedliche Technikausführungen und selbst nicht minder grosse Unterschiede im Curriculum. Zahlreiche Varianten der Hontai Takagi Yoshin ryû, der Yagyû Shinkage ryû, Hyôhô Niten Ichi ryû,…

Geht man davon aus, dass heutzutage in etwa noch 200 – 300 Koryû existieren (die unterschiedlichen Zweige mit einberechnet, bspw: Hyôhô Niten Ichi ryû, Noda-ha Niten Ichi ryû, Gosho-ha Niten Ichi ryû oder Yagyû Shingan ryû Katchû Heihô, Yagyu Shingan ryû Heihôjutsu, Yagyu Shingan ryû Taijutsu, uswusf. ), so steht man einer enormen Artenvielfalt gegenüber, mit all ihren technischen Unterschieden, geschichtlichen Entwicklungen und eigenen Charakteristika. Spannend wird es – und das macht auch einen Teil des Studiums der klassischen Schulen aus – Gemeinsamkeiten und Abweichungen zu erkennnen, deuten und verarbeiten. Dieses kann man innerhalb einer Schule machen (Niten Ichi ryû mit den unterschiedlichen Zweigen) oder die Mutterschule betrachten und deren Sprösslinge (Shintô ryû und deren Nachkommen). Oftmals finden sich interessante Punkte und geben Anlass zur Diskussion und Spekulation. Natürlich fehlen einem – und das ist absolut klar – die nötigen Kuden um zum wahren Kern vorzudringen, doch mit steigender Erfahrung gewinnt man die Fähigkeit, andere Schulen und ihre Techniken ein wenig eingehender zu beurteilen: Je näher man der Spitze eines Berges kommt, desto geringer werden auch die Unterschiede. Diese Art des Studiums dient also nicht nur der Reflexion der eigenen Technik, mit anderen Worten der tieferen Auseinandersetzung mit der eigenen Schule, sondern gibt auch die Möglichkeit, neue Einsichten zu gewinnen. Sieht man die Sprösslinge und Zweige als Weiterenwicklungen an, lassen sich interessante Beobachtungen anstellen, auch wenn diese vielleicht nicht die eigene Meinung oder Erfahrung wiederspiegeln und man im gewissen Maße in eine Art Konflikt gerät. Schulen haben sich seit je her weiterentwickelt und es ist eigentlich unmöglich zu sagen, ob sich in den letzten 100, 200 oder 300 Jahren nicht Techniken und Kata verändert haben, oder ob diese seit der Gründung unverändert Bestand haben. Wichtig ist hierbei, dass man sich nicht auf die Techniken und Kata fixiert, sondern die in ihnen liegenden Prinzipien bewahrt und von Generation an Generation weiter gibt. Dieses ist der entscheidene Punkt: Kata können noch so spektakulär aussehen, atemberaubend sein oder wirr erscheinen. Wenn sie nur ein Container sind, deren Inhalt verloren gegangen ist, nützt auch die schönste Technik nichts mehr. Dann ist die Schule dem Untergang geweiht und man hat den Punkt des reinen Katatanz erreicht. Die Erfahrungen, Traditionen, Erlebnisse fallen dann einfach hinten über oder sollen aus letzter Kraft ein System am Leben erhalten, welches seinen Anspruch an ein umfassendes Werkzeug zur Kriegerausbildung, unter den bestmöglichen Voraussetzungen einer Waffenkunde, Bewegungslehre, Persönlichkeitsschulung, verloren hat. Wenn Schulen diesen Punkt erreichen, wenn die Prinzipien nicht mehr weitergegeben werden (können), ist die Schule tot und nichts weiter als eine leblose Puppe. Wenn man nicht versteht, was innerhalb der Techniken verborgen liegt, hetzt man einer Sache hinterher, die es vielleicht seit Jahrhunderten schon nicht mehr gegeben hat. Romantisierte Tagträumereien, Personenkulte, in unserer Zeit die mediale Aufmerksamkeit, alles Faktoren die von der eigentlichen Sache ablenken können. Falsche Uebersetzungen, Missinterpretationen, Hören/Sagen, oftmals Ursache hitziger Diskussionen und Anfeindungen, deren Auswirkungen noch Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte später wie das Vater Unser in der Kirche hoch und runter gebetet werden, obwohl jene, die am lautesten schreien, am wenigsten davon verstehen, was wirkich Stand der Dinge ist.

Die Vielfalt der Koryû lässt darauf schliessen, dass sich Menschen Gedanken gemacht haben, wie sie das, was sie einmal gelernt haben, verbessern könnten. Ob ihnen dieses gelungen ist, sei mal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass die Schulen, die uns heute verblieben sind, dass Ende einer langen Tradition der Kriegskünste darstellen. Obwohl es heutzutage immer noch Neugründungen gibt bzw. Zusammenschlüsse (die ich explizit auch als Koryû auffasse, siehe die En ryû), müssen wir mit dem auskommen, was uns übergeben worden ist und wofür wir Sorge tragen müssen. Es liegt an uns, die Schulen als Ganzes für die nächsten Generationen zu bewahren, mit all ihren Prinzipien, Techniken, Kata, der Geschichte und dem Konstrukt welches sie umgibt. Die enge Verbindung zwischen den Schulen und der japanischen Geschichte ist für uns die Basis unseres Dienstes an der japanischen Gesellschaft und ihrer Kultur. Wir sind die Bewahrer dessen, was seit Jahrhunderten überliefert worden ist. Daher müssen wir auch dafür sorgen, dass die Generationen nach uns ebenfalls in die Gunst dessen kommen, was wir erfahren haben.

Versagen wir in diesem Vorhaben, stirbt ein Teil der japanischen Kultur und die Erfahrungen derer, die vor uns den Weg gegangen sind, werden in Vergessenheit geraten. Wir sind Teil einer Kette und müssen sicherstellen, dass wir nicht deren Ende sind.

Yours in Budô,

Micha

Hallo,

am letzten Freitag war ich zu Gast bei der Morishige ryu unter der Leitung von Shimazu Kenji-sensei. Bei der Morishige ryu handelt es sich um eine Kunst die den Umgang mit diversen Feuerwaffen lehrt. Einer meiner Trainingskollegen der ebenfalls Mitglied der Morishige ryu ist, hatte sich bereit erklärt mir eine Einführung in diese ganz spezielle Art des Bujutsu zu geben. Bevor ich aber in die Details gehe, hier ein Video zur besseren Verdeutlichung. Aufgenommen am letzten Meiji Jingu Embu am 3. November 2011 in Tokyo:

Shitara-san, mein Trainingskollege und ich kamen gegen kurz nach 18 Uhr im Dojo an. Es war niemand da und so wurden zunächst einige Vorbereitungen getroffen: Heizstrahler aufgestellt (Es war wirklich SEHR kalt), Matten gefegt und umgezogen. Dann zeigte Shitara-san mir sein Gewehr. Leider habe ich das genaue Alter nicht mehr im Kopf, es handelte sich aber definitiv um eine antike Waffe. Er erklärte mir den Schießmechanismus und alle wichtigen Einzelheiten. Laut ihm braucht es nur 30 Minuten um einen ungeübten Neuling diese Techniken beizubringen. Nachdem er das Gewehr einmal auseinander genommen hatte um mir den Lauf zu zeigen (mit Schmiedemarke und Namensschriftzug des Schmiedes) begann er mit  Demonstration dreier Kata aus der Morishige ryu: Ichidan, Nidan, Yondan. In der Morishige ryu gibt es eine Vielzahl von Kata, alle mit unterschiedlichen Prinzipien und Wirkungsgraden. So gibt es z.B Kata für großkalibrige Waffen, Kanonen, Schießen aus dem Wasser oder von einer Burg herab, aus liegender Position oder vom Pferd mit einer Pistole als Bewaffnung.
Die Kata „Ichidan“ beginnt mit Reiho und dem Angrüßen der Waffe. Dann wird sich Richtung Ziel (Mato) bewegt. Hinknien, Waffe laden, Schießposition einnehmen, zielen, entsichern, feuern. Anschließend zurück zum Ausgangspunkt und abschließendes Reiho. Nachem er mir diese Kata demonstriert hatte, durfte ich selber Hand anlegen und den Lade- und Schießvorgang ausprobieren. Natürlich wurde nicht scharf geschossen – dafür gibt es, wie in Deutschland auch, Schießstände. Die meiste Zeit wird aber auf Festen (Matsuri) und Embu geschossen. Zur Grundschule gehört auch, dass man das Gewehr richtig halten kann – auch über einen längeren Zeitraum. 4 Kilo wollen halt auch richtig und effizient bewegt werden. Insbesondere der linke Arm steht unter starker Belastung. Hierfür gibt es dann auch eine Art Suburi, bei der im sitzenden Zustand das Gewehr auf eine bestimmte Art und Weise geladen wird. Im Anschluss zeigte mir Shitara-san dann noch einige Besonderheiten: So wird das Tachi, welches die Schützen bei sich tragen, als Auflagefläche genutzt. Dabei wird das Tachi in den Boden gesteckt und das Gewehr wird entweder auf der Tsuba abgelegt oder aber ein spezieller Aufsatz in Form eines „Y“ wird auf das Ende der Tsuka gesteckt und dort dann das Gewehr abgelegt. Auch gibt es die Möglichkeit, dass sich ein Waffenbruder hinkniet und das Gewehr auf dessen Schulter abgelegt wird. Dieses wird aber nur bei Rüstungs-Trägern angewendet. Kimono würden wohl zu leicht in Flammen aufgehen. Demonstrationen des schnellen Schießend und wie man dem gewaltigen Rückstoß entgegen wirken kann rundeten die Einführung ab.
Nach ungefähr 90 Minuten kam Shimazu-sensei.
Das Besondere an dem Training: Neben der Moroshige ryu trainiert parallel auch die Yagyu Shingan ryu. Shimazu-sensei ist auch hier leitender Lehrer und betreut während dieser Trainingseinheit beide Gruppen nebeneinander.
Shimazu-sensei ist ein Mann von kleinem Wuchs, aber mit einer Austrahlung – unglaublich. Und ein echt lustiger Kerl. Man verzeihe mir dieses Urteil, aber manche Menschen hinterlassen einfach einen bleibenden Eindruck bei mir. Shimazu-sensei ist solch eine Persönlichkeit. Seine Art zu unterrichten, die kleinen Dinge die er aufs Einfachste zu vermitteln vermag und diese Kraft! Er wurde 1938 geboren, fegt aber auch jetzt noch jeden von der Matte. Und als er dann einige der Schwerttechniken aus der YSR demonstrierte war es um mich geschehen. Unglaubliches Körpergefühl, starke Austrahlung, eine Technik jenseits von Gut und Böse. Alle standen staunend um ihm herum, als er mir seine Saya ins Gesicht warf – er demonstrierte nämlich einige der kleinen Gemeinheiten mit denen die Yagyu Shingan ryu aufwarten kann. Wirklich fiese Sachen und das Interessante war die Verbindung der Waffentechniken zum Taijutsu. So wird zB das Schwert in der Yagyu Shingan ryu auch beidhändig eingesetzt, spich es wird  mal verkehrt herum gegriffen, sodass die linke Hand an der Tsuba sitzt.
Obwohl das folgende Video schon etwas älter ist, spiegelt es dennoch gut wieder was mir am Freitag widerfahren ist:

Es war wirklich ein absolut toller Abend. Sensei hat bereitwillig Fragen beantwortet und seine Demonstrationen waren einfach klasse. Soviel Erfahrung – da fühlt man sich wirklich wie ein kleines Flämmchen, nicht der Rede wert und unbedeutend. Aber Shimazu-sensei, sein Feuer konnte man ganz genau in seinen Augen sehen.

Ein beeindruckender Mann.

Mal schauen, wann ich seiner Einladung zu einem Training nachkommen kann…

Yours in Budo,
Micha

"Wäre ich ein Tautropfen, so würde ich auf der Spitze eines Blattes Zuflucht suchen. Aber da ich ein Mensch bin, habe ich keinen Ort auf der ganzen Welt." - Saigo Takamori
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