Hallo,

14 Tage, 5 Enbu. Harter Pflaster, aber geschafft.
Normalerweise ist man ja froh, wenn man die Möglichkeit geboten bekommt, Kampfkunst in Reinform sehen zu dürfen. Doch gibt es auch die Momente, in denen man einfach denkt „Gut jetzt. Ich will nicht mehr. Nicht NOCH eine Vorführung„.
So ist es mir gestern ergangen. Nagoya Enbu, wunderschönes Wetter, ein tolles Feeling und eine Iai-Stilrichtung, bei der ich wirklich fast eingeschlafen wäre – zum dritten, vierten Male. Obwohl auf den letzten Enbu andere Gruppen der selben Schule aufgetreten sind und obwohl sie sich in ihren Kataausführungen unterschieden haben, wurde ich zum großen Teil einfach nur gelangweilt. Da gibt man sich selbst als Batto, Hyoho, usw. aus und im Endeffekt sind die Kata tot und sagen nichts aus. Da gibt es in der Zen Nihon Kendo Renmei weit größere Herrschaften, die wirklich Ahnung von der Materie haben. Man siehe nur Ishido-sensei und seine Darbietung der Jushin ryu (man möge bei Youtube danach schauen).
Iai langweilt mich in letzter Zeit wirklich. Vielleicht habe ich zu viele Vorführungen gesehen, die nicht meinem Geschmack oder meinem Verständnis von Iai entsprochen haben. Vielleicht erkenne ich auch einfach nicht den inneren Sinn der Darbietungen. Wer weiß. Mehr Ausdruck, Intensität und dem Willen zu töten könnten den meisten Gruppen aber nicht schaden, auch wenn hier und da hohe Dangraduierungen und Shihan-Titel vor dem Namen stehen.

Yours in Budo,
Micha

ps: Die Videos und Fotos der jeweiligen Enbu folgen in den nächsten Beiträgen. Ein wenig Geduld sei also noch geboten.

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