Manchmal kommt man an Punkte im Leben, an denen Entscheidungen getroffen werden, bewusst oder unbewusst, von einem selbst oder von Dritten. Manchmal sollte etwas passieren, doch es passiert – nichts. Manchmal ändern sich Dinge, positiv auf der einen Seite, beeinflussen andere hingegen zum Negativen. Und manchmal sind diese Einschnitte von solch großer Wirkung, dass das Ergebnis alles andere als wünschenswert ist.

Mehr als einen Monat ist es her, seitdem ich das letzte Mal hier geschrieben habe. Wirklich spannende Sachen sind nicht passiert: Das neue Jahr hat ganz unspektakulär begonnen, der Trainingsbetrieb wurde wieder aufgenommen und alles ging in geregelten Bahnen. Besonderheiten wie Dojo-Besuche oder Embu fanden nicht statt. Ich arbeite nebenbei an einem Skript über die TSKSR und versuche mich – praktisch wie theroetisch – so gut wie es geht weiter zu bilden.

Trotzdem werden die nächsten Wochen von Bedeutung sein. Ich möchte nicht zuviel vorweg nehmen, aber entweder bleibt alles beim Alten oder die nächsten Monate werden gänzlich anders als geplant.

Zugegeben, dass Training war manchmal sehr – frustrierend. Andere Dinge, die nichts mit Kampfkunst zu tun haben, waren einfach wichtiger und erforderten andere Teile meiner Aufmerksamkeit. Manchmal ist es gut, sich ein wenig vom eigenen Training zu entfernen. Damit ich nicht gemeint, dem eigenen Training fern zu bleiben. Eher, dass man wirklich bewusst in sich gehen muss um alles genau zu reflektieren und bewerten zu können. Kampfkunst ist nicht nur eine körperliche Angelegenheit sondern spielt sich zu einem sehr großen Teil auch in unseren Köpfen ab. Ist unser Geist nicht in den richtigen Bahnen – vielleicht abgelenkt durch äußere Einflüsse – so ist es von größter Not, Bezugspunkte zu finden und anhand dieser den Weg zurück in die Normalität zu finden. Das Training der Kampfkünste ich nicht an einzelne Wochentage oder spezielle Einheiten gebunden. Kampfkunst wird 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag praktiziert.

Wie es weiter geht, hier in Japan, ist schwer zu sagen. Das Erdbeben, die aktuelle Wirtschaftslage, der starke Yen – alles nicht sehr gute Anzeichen dafür, dass die momentane Situation für uns Ausländer vom Vorteil sei.

Das neue Jahr verspricht – wenn sich alles wieder in den richtigen Bahnen befindet – großartig zu werden: Diverse große Embu, Dojo-Besuche, bestimmt die ein oder andere Anschaffung. Dazu einige Besuche aus Deutschland und neue Eindrücke. Ich freue mich wirklich auf die Zeit.
Wäre schade, wenn sie nächsten Monat vorüber wäre…

Yours in Budo,
Micha

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