Hallo,

am letzten Wochenede fand in Uetze (Umgebung Hannover) ein Lehrgang mit Stephan Yamamoto statt. Herr Yamamoto betreibt seit vielen Jahren Karate, davon verbrachte er auch einige Jahre in Japan um bei Sugimori-sensei in Okayama Karate zu studieren.

Thema des Lehrgangs war das Feld der Körperarbeit und der funktionalen Bewegung bezogen auf das Karate aber auch anwendbar auf andere Kampfkünste und Alltagssituationen. Der Körper hat mit der Zeit verlernt, wie er sich am besten und am funktionalsten/gesündesten zu bewegen hat. Die Techniken um wieder back to the roots zu kommen finden sich in den Kampfkünsten und wurden an diesem Wochenende intensiv geübt.

Mit einem guten Freund ging es Samstag morgen Richtung Süden. Knapp 20 Teilnehmer hatten sich eingefunden und die Stimmung war von Anfang an sehr gut. Los ging es mit Lockerungs- und Aufwärmübungen. Dabei kam insbesondere das Prinzip der „8“ zum tragen, also das Ansteuern einzelner Gelenke durch Ausführung von 8ten. Thema der ersten Einheit waren die Grundlagen funktionaler Bewegung und die Fortbewegung im Karate. Dabei wurde anhand diverser Techniken aus dem Karate das Prinzip der Fortbewegung und des Kraftaufbaus durch Kreisbewegungen erläutert.
Die zweite Einheit widmete sich dann dem Feld der sensomotorischen Grundlagen der Beweglichkeit sowie den Schlag- und Tritttechniken.
Jie kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten is ene Jerahde. – Eben nicht! Stephan Yamamoto konnte anschaulich und leicht verständlich darstellen, welch Körperbewegungen nötig sind um einen Tsuki oder einen Tritt ins Ziel zu bringen. Dieser Einheit standen aber auch wieder die Techniken zur Reaktivierung der inaktiven Körperregionen respektive Muskelgruppen als Basis vor.
Es folgte eine etwas längere Mittagspause in der sich mit den anderen Teilnehmern ausgetauscht werden konnte. Bei schönstem Wetter saß man draußen vor der Halle und schwatze über Gott (Götter) und die Welt.
Die dritte Einheit widmete sich dann dem Gebiet der funktionalen Bewegungsmuster und den Grundlagen von Befreiungstechniken. Wieder gab es Techniken zum schulen des neuen Körpergefühls mit anschließenden Wie befreie ich mich aus…-Techniken. Ganz simpel gehalten wurden Techniken der Befreiung aus Würgern und Umklammerungen gezeigt und geübt. Erstaunlich mit welch einfachen Mitteln man zu einem wirklich durchschlagenden Ergebnis kommen kann! Solche Dinge hatte ich bisher nur bei diversen Aikido/Aikijutsu-Lehrern aus Japan gesehen. Logische, einfach zu verstehende Bewegungsmuster ohne Schocktechniken und sonstigen Krankheiten aus den Prüfungsregularien diverser Sport-Verbände. Optimale Nutzung des Körpers in den verschiedensten Situationen, sowohl im Stand wie auch am Boden. Am Boden wurde das Prinzip des Seiza angewandt. Es wurden Bewegungsmuster aus dem Iaido entnommen und auf die Übung mit den Partner projeziert.
Die letzte Einheit bestand dann wieder aus funktionalen Bewegungsmustern mit Fokus auf den Grundlagen von Hebel- und Wurftechniken. Ei Kinder war das ein Spaß! Kurzzeitig ging es zurück ins Karate und es wurde anhand einer Sequenz aus der Heian Shodan der Shotokan ryu das Wurfprinzip erläutert. Schön für mich zu sehen waren die Verbindungen zum Koryu-Jujutsu und auch zum Kenjutsu.

Leider waren wir nur am Samstag da, konnten aber einiges mitnehmen. Der Input war sehr groß, sodass ich vieles beim nächsten Mal genauer betrachten werde. Es war einfach wirklich sehr viel Input – aber es hat sich gelohnt! Absolut großartig! Fotos folgen in der nächsten Zeit.

Bis zum nächsten Mal…

Danke, Sempai…

Yours in Budo,

Micha

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