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Hallo,

manche Leser dieses Blogs kennen vielleicht mein anderes Projekt. Für all diejenigen die sich jetzt fragen, was der gute Mann wieder verbrochen hat, hier die Auflösung:

Koryu in Deutschland

Eine Übersicht über die Schulen des Koryu-Bujutsu in Deutschland

http://koryugermany.wordpress.com/

Diese kleine Übersichtsseite dient der Ortientierung über die Schulen des Koryu-Bujutsu, der klassich-japanischen Kampf- und Kriegskünste, welche man in Deutschland ausüben kann.

Zur Zeit sind 11 Künste in dieses Verzeichnis aufgenommen worde. Jede Schule wird mit kurzen, schulspezifischen Informationen dargestellt. Darüber hinaus gibt es Verweise zu den einzelnen Schulen.

In Zukunft soll Koryu in Deutschland stetig weiterentwickelt und verfeinert werden. Neben Artikeln, sollen auch Informationen über Seminare und anstehende Veranstaltungen publiziert werden. Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, die sowohl dem Anfänger wie auch dem Erfahrenen die Möglichkeit bietet, sich über die Koryu-Lage in Deutschland ein Bild zu verschaffen. Insbesondere aber den Anfängern möchten wir die Gelegenheit geben, sich vorab ein Bild über das zu machen, was in Deutschland vertreten ist, sodass vielleicht die ein oder andere falsche Entscheidung vermieden werden kann.

Yours in Budo,

Das Team von Koryu in Deutschland

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Hallo,

vor vielen Jahren habe ich eine Dokumentation entdeckt die, wie ich fand, wirklich sehr sehenswert ist.

Es geht um Yoshihiko Usuki, einen Polierer in Tokyo, der einen Einblick in sein Leben als Schwertpolierer gewährt.
Darüber hinaus ist er auch Lehrer für kobudo der Sosuishitsu ryu, einem Abkömmling der Takenouchi ryu, welche man ebenfalls in der Doku bestaunen kann.

Viel Spaß damit!

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

habe folgendes Video bei youtube gefunden:

Dabei handelt es sich um die Ryushin Jigen ryu.

Die Frage an meine Leser: Handelt es sich bei den ersten Minuten um Freikampf? Ja oder nein?

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

immer wieder lese ich in etwa die gleichen folgenden Zeilen zum Thema „Wie greife ich das Schwert richtig – wie schneide ich richtig?„:

Die linke Hand hält den Griff am hinteren Ende fest umschlossen und befördert das Bokken alleine über den Kopf. Die rechte Hand liegt dabei lediglich locker um das obere Ende des Griffes und bremst den Schlag vor dem „gedachten“ Ziel ab. Dies auch, um das Gelenk der linken Hand zu entlasten. Die linke Hand schneidet und die rechte Hand führt. Dabei geht die Kraft allein von den kleinen Fingern der linken Hand aus.

Gefunden auf dem wirklich sehr guten Blog „Japanischer Stahl“: http://japancutters.blogspot.com/ (An dieser Stelle beste Grüße aus Bremen!)

Dort heißt es weiter:

Die linke Hand ist der Vorstellung nach die „kräftige Hand“ und die rechte Hand ist die „Führungshand“. Das bedeutet, dass man beim Schnitt am stärksten mit links zieht, während die rechte Hand dafür sorgt, dass das Schwert exakt geführt wird und nicht „flattert“. Während des Schnittes wird die ganze Bewegung dadurch weiter stabilisiert, dass beide Hände eine Art „Wringbewegung ausführen. Diese Wringbewegung ist das sogenannte „Te no Uchi“ (手の内) und wird bis zum Ende der Schnittbewegung ausgeführt.

Dies ist die typische Ausführung (die auch  in den meisten Lehrbüchern steht) wie im Iaido idealerweise geschnitten werden soll (so wurde es mir jedenfalls von meinem Muso Shinden ryu Sensei beigebracht).

Gehen wir nun aber ins Koryu, und ich meine damit nicht Eishin ryu oder Omori ryu, sieht es schon anders aus:

Die Katori Shinto ryu als Beispiel, verwendet eine ganz andere Art des Schneidens. Zunächst wird das Schwert angehoben, auf den linken Arm gekippt, anschließend in eine Jodan-no-kamae (eine Position über dem Kopf) gehoben und beim Schritt nach vorne ebenfalls wieder gen Erde gebracht, in einem einfachen, direkten Abwärtsschnitt. Wie das ausschaut, kann man am besten an einem Video verdeutlichen (gleich am Anfang, die Dame in weiß, rechts):

Würden wir nach der gängigen Iaido Schulpraxis gehen, so wäre es fast unmöglich, so zu schneiden wie oben beschrieben. Warum? Weil in der Katori Shinto ryu die Rollen der Hände exakt vertauscht sind: die rechte Hand (insbesondere, wie auch im Iaido, der kleine und der Ringfinger) greift das Schwert und gibt die Bewegung des Schwertes vor. Die Linke dient zur Stabilisierung. Insbesondere beim Schnitt aus Maki-Uchi wird das Schwert erst in Jodan-no-kamae gebracht (durch die rechte Hand); die linke kommt hinzu, das Schwert saust abwärts und erst im letzten Moment greift die linke so, dass ein starker und kraftvoller Schnitt zustande kommt. Lockerheit ist hierbei besonders wichtig. Das Schwert darf nicht verkrampft in den Händen gehalten werden. Sein Eigengewicht muss es gen Erde befördern. Durch beide Hände kann man es stabilisieren und nach Jahren des Trainings so kontrollieren, dass es durch die Verbindung mit Hand, Schwerkraft und der nötigen Technik so blitzschnell herabsaust und kraftvoll schneidet, ohne auch nur ins Flattern oder ins Energielose zu entgleiten.

Und wo wir gerade dabei sind:

Kono-sensei hat in der NHK Budo-Doku die weiter unten verlinkt ist etwas über die Griffweise, also den Abstand der Hände am Schwert, erzählt. Für alle, hier nochmal der wichtige Part:

Ab 4.30

Meine Frage ist jetzt: wenn es so viel schneller geht, wenn es wirklich praktikabler ist, wieso sieht man dann nichts mehr davon in den Koryu? Ist dieses Wissen verloren gegangen? Mal ein paar Beispiele, aufgenommen 2006 beim Meiji Jingu Embu in Tokyo:

Araki ryu

Tenshin Shoden Katori Shinto ryu

Maniwa Nen ryu

Wie man erkennt, haben alle Vorführenden mit Schwert die Hände gut eine faustbreit auseinander. Nun, woher kommt dann diese Behauptung, früher hätten die Schwertkämpfer ihre Hände dichter, ja eigentlich direkt aneinander gereiht, gehabt?

Ich meine, Kono-sensei stützt seine Theorien auf Zeichnungen und Bilder. Was wenn, ganz profan gesagt, einfach schlecht gezeichnet wurde? Mir ist eigentlich keine Koryu bekannt die so greift wie Kono-sensei es beschreibt. Allein im Iaido habe ich es so manches Mal in Deutschland wie in Japan gesehen.

Falls jemand eine Idee hat, bitte als Kommentar hinterlassen! Ich habe ehrlich gesagt keine Idee wieso es so sein könnte.

Ihr vielleicht?

Yours in Budo,

Micha



Hallo,

im folgenden gibt es einen kleinen Artikel über die Jigen ryu, einer Schule für Kenjutsu aus Kagoshima. Der Text ist eine Übersetzung des Heftes „Summary of Jigen ryu“, welches ich im Jahre 2007 im Hombu Dojo in Kagoshima bekommen habe. Worte in Anführungszeichen sind 1 zu 1 Übersetzungen und können manchmal etwas unpassend wirken. Ich habe mich aber dazu entschlossen, so gut es geht am Originaltext zu bleiben. Für etwaige Fehler übernehme ich natürlich keine Haftung, nehme aber jede Korrektur dankend an. Trotzdem wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Yours in Budo,

Micha

Eine Zusammenfassung der Jigen ryu



1. Einleitung

Die Jigen ryu Heiho ist eine alte Schule der Schwertkampfkunst (Jigen bedeutet Offenbarung, ryu bedeute Schule/Strömung und Heiho Schwertkunst), weitergegeben in Generationen seit dem 16. Jahrhundert.
Die Schule war Bestandteil der Ausbildung der Samurai der Satsuma-han unter der Führung des Shimazu Clans.
In alten Tagen übten sich die Samurai aus Satsuma sehr hart im Studium der Jigen ryu, indem sie einen im Boden eingelassenen Pfahl am morgen 3000 Mal und am abend 8000 Mal schnitten.
Schwertkämpfer anderer Schulen waren sehr erstaunt von dem Können der Kämpfer aus Satsuma und ihren Fähigkeiten: „ein Schlag, keine Verteidigung“. Darüber hinaus waren sie aktiv im letzten Bürgerkrieg während der Meiji-Restauration und der Seinan Rebellion beteiligt.
Die Jigen ryu wurde unverändert überliefert und hat sich, seitdem sie in Satsuma zum ersten Mal auftauchte, in ihrer Form nicht verändert.

2. Die Herkunft der Jigen ryu

Der erste Gründer, Sose Yosouzaemon, lernte Tenshin Shoden Shinto ryu von Iizasa (Anm: dem Begründer der Tenshin Shoden Katori Shinto ryu). Später dachte er intensiv darüber nach, wie er seine Technik verbessern konnte und begründete daraufhin die Tenshinsho Jigen ryu. Sein Nachfolger wurde Kaneko Shinkurou gefolgt von Akasaka Yakurou. Dieser wurde buddhistischer Mönch und nannte sich von da an Zenkichi.
Togo Chui (1561 – 1643), Begründer der Jigen ryu, wurde in Kagoshima geboren. Im Jahre 1588 ging er in den Tennei Tempel in Kyoto, wo er den Zenpriester Zenkichi traf. Chui lernte alle geheimen Techniken und bekam seine Lizenz über die Tenshinsho Jigen ryu von Zenkichi. Danach kehrte er nach Kagoshima zuürck und trainierte alleine für 3 Jahre; im geheimen bei Tag, bei Regen mit einem Strohhut. Chui bestritt 46 Kämpfe und blieb immer ungeschlagen. Danach wurde er Lehrer für Schwertkunst im Lehen Satsuma und änderte den Namen seiner Schwertschule in Jigen ryu unter Anordnung von Shimazu Iehisa, dem Daimyo von Satsuma.
Sein Vermächtnis wurde innerhalb der Togo Familie über einen Zeitraum von mehr als 400 Jahren, von Chui zu dem 12. Soke Togo Shigenori (Anm: Vermutlich ist diese Zahl nicht mehr aktuell), weitergegeben.
Heutzutage ist es uns möglich, Schriftrollen der Jigen ryu zu bewundern, welche uns spirituelle und technische Aspekte der Schule näher bringen, basierend auf den Philosophien des Shintoismus, Buddhismus und Konfuzianismus.

3. Die Trainingsmethoden der Jigen ryu

Die Jigen ryu legt besonderen Wert auf schnelles und kraftvolles Schneiden. Die Ausübenden lernen daher wenige Techniken und schulen diese dafür umso intensiver.
Kamae (Einnehmen einer Körperhaltung) wird als Bewegung im richtigen Moment verstanden und bildet die Grundlage aller Fähigkeiten. Die tombo-no-kamae (Libellen-Stellung) ist die Form des natürlichen Anhebens der Hand zum Schlag. Oki-tombo-no-kamae (die Oki-Libellen-Stellung, vermutlich Große-Libellen Stellung) ist die Form des Abwärtsschneidens mit dem eigenen Schwert. Gyaku-tombo-no kamae (die umgekehrte Libellen Stellung) ist das Gegenteil von tombo-no-kamae, also auf der linken Seite anstatt der rechten.
Stehende Positionen legen Wert auf Stabilität und die bewusste Wahrnehmung der Körpermitte sowie auf die „Entspannung der Natürlichkeit“.
Der Griff des Schwertes ist beim Treffen des Gegner fest, sonst locker aber nicht geöffnet. Ring- und kleiner Finger greifen besonders eng.
Suburi wird so ausgeführt, dass der linke Ellenbogen den eigenen Körper berührt und sich während der Übung nicht bewegt. Die rechte Hand soll sich so bewegen, als würde man einen Stein werfen. Dies ist das wichtigste Prinzip der Jigen ryu. Wenn jemands Ellbogen zum Zentrum eines Kreises wird, hat das Ende des Schwertes die größte Kraft und Geschwindigkeit dank der Zentrifugalkraft.
Tategi-uchi (das Schneiden eines Pfahls) ist nicht nur dazu da, Arme und Beine zu stärken, nein, es lehrt auch, Distanz und das Abschätzen des richtigen Moments für einen Schnitt. Der Ausübende muss sich den Pfahl als einen Gegner vorstellen: „sieh auf Höhe der Augen, geh nah an den Pfahl, schneide mit kesa-giri (ein diagonaler Schnitt) und schreie „EI“, da ein lauter Schrei dir Kraft und Mut gibt.“
Der Körper beugt sich nie nach vorne; die Schultern gehen nie auf und ab und die Fersen berühren stets den Boden.

4. Die Stufen der Jigen ryu

In der Jigen ryu wird das Prinzip der kata gelehrt (ausgeübt in Partnerform), welches für jede Stufe angewandt wird. Dieses System verlangt, dass ein Ausübender nur ein „Gewinner“ sein kann, wenn er Fortschritte sowohl in technischen wie auch spirituellen Aspekten der Schule macht.
Chui lernte 12 Schlagtechniken der Tenshinsho Jigen ryu, heutzutage gelehrt von Shodan (1. Dan) bis Yondan (4. Dan), und entwickelte später ein weiteres System, welches er als die Stufen Shodo und Ryodo der Schule hinzufügte.
Shodo (die erste Stufe) besteht aus dem Ausüben der kata Enpi, Kodachi, Seki und Mitsutachi. Die kata Enpi beinhaltet die Bewegungen der 12 Schlagtechniken. Sie wird zuerst gelehrt und ist die Grundschule der Jigen ryu.
Ryodo (die zweite Stufe) besteht aus Mochigakari, Hayasya, Nagabokutou und Hurigakari.
Die vier Stufen staffeln sich wie folgt:
Shodan (Ryu, Sou, Etsu), Nidan (sun, Man, Sen), Sandan (Hei, An, Kou) und Yondan (Kei, Dou, Shin). Um diese zu lernen, gebrauch es ausdauerndes Training von Shodo und Ryodo für mehr als 10 Jahre.

5. Die grundlegenden Prinzipien der Jigen ryu

  • Ziehe dein Schwert nicht, außer für den Angriff!

Dies ist der Ausdruck dafür, dass rüdes Verhalten nicht gestattet ist und die Wichtigkeit der „Unschuld“ (frei von weltlichen Gedanken).
Jemand fragte Chui einmal, wie man siegreich sein könne. Chui antwortete: „Ziehe niemals dein Schwert und du wirst siegen“. Der Mann vertraute Chui und zog niemals sein Schwert, erst im Angriff seines Gegners. Er zog sein Schwert voller Unbewusstheit und gewann. Als er wieder zu sich fand, sah er, dass sein Gegner tot am Boden lag.

  • Zweifel nicht an deinem ersten Streich. Dein zweiter wird nie siegen!

Wenn der Schüler sein Schwert ziehen muss, darf er im Angesicht seiner Feinde nicht zögern. Bei Tunieren kann er Punkte um Punkte sammeln, trotzdem gibt es nur eine Chance und ein Scheitern. Der Zweck der Jigen ryu ist es, Feinde zu töten; kein Sport zu sein.

  • Dass Schwert ist Dein Mittel um den Gegner zu zerstören. Kein Mittel zur Verteidigung!

Diese Worte bedeuten, dass das Schwert kein Schild ist. Die Theorie anderer Schulen geht darauf hinaus, sich gegen verschiedene Angriffe sinnvoll zu verteidigen und im Gegenzug erfolgreich den Kampf zu beenden. Ihre Kunst geht also in die verschiedensten Richtungen. In der Jigen ryu sieht es dahingehend so aus, dass die Wichtigkeit auf schnellen und kraftvollen Streichen gelegt wird, damit der Gegner nicht mehr reagieren kann.

  • Zeige deine Kunst nicht in der Öffentlichkeit!

Die Kunst der Jigen ryu ist geheim, der Schüler soll stolz darauf sein und nicht damit prahlen. Darüber hinaus macht ihn Einzeltraining stärker, denn er muss mehr über sich nachdenken um weiterzukommen.

6. Die Regeln im Dojo

  • Sitze im Dojo nach dem Alter geordnet
  • Praktiziere barfuß
  • Praktiziere in Alltagskleidung. Es gibt keine Uniform
  • Du solltest Rei ausführen beim Betreten und Verlassen des Dojo
  • Du sollst Rei nur beim Annehmen und Wiedergeben des Bokuto ausführen. Wenn du dem Partner gegenüber stehst, musst du kein Rei machen.
  • Du sollst dich gegen den Uhrzeigersinn drehen (Anm: Vermutlich ist damit gemeint, dass man als Anfänger nicht mit seines gleichen trainieren soll, sondern mit den höchsten Praktizierenden der Schule)

Ende

Hallo,

der japanische TV-Sender NHK hat wieder einmal eine sehr interessante Doku herausgebracht. Dieses Mal stehen die alten Kriegshünste Japans im Vordergrund. Wirklich sehr sehenswert! sroly, sroly Ach, ich liebe Japaner 🙂

Es ist eigentlich fast eine pure Doku über Suio ryu Iai Kempo, angereichert mit ein wenig Kashima Shinto ryu und einen Beitrag über Kono-sensei. Und das Schlußwort finde ich auch sehr passend.

Tolle Doku!

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Teil 5:

Teil 6:

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

da ich immer wieder lese, dass Leute nach Gütern aus Japan fragen, bezüglich Koryu und dergleichen, hier mal eine Info:

Ich kenne jemanden, der gewillt ist, alles zu besorgen was möglich ist. Diskret, in schneller Abwicklung und zu vernünftigen Preisen.

Also, wer auf der Suche nach Bokken, Büchern (auch antiquarischen!), Klamotten, DVDs, Wandbildern, Kalligraphien, Waffen und Co. ist: hier bei mir melden. Alles weite klärt sich dann. In den nächsten Wochen wird es zu dem Thema auch ein wenig mehr geben…Stay tuned!

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema Shurikenjutsu und den unterschiedlichen Arten von Shuriken. Leider werden hier im Westen (und selbst in Japan!) Shuriken überwiegend mit Ninja und den sternförmigen Ausführungen (Ninjasternen) verbunden.

Das es auch ganz schlicht und einfach geht, ohne viel Klimmbimm möchte ich im folgenden Artikel etwas näher darlegen.

Allgemeines:

Die Kunst des Shuriken-Werfens ist seit der Sengoku-Jidai fester Bestandteil vieler Kenjutsu-Schulen. Insbesondere der Typus des Bo-Shuriken, also ein Stift/bzw. Nagel ähnlicher Wurfpfeil, fand als Sekunddärwaffe Bedeutung in den Schulen. Shuriken waren nie Tötungswaffen (es sei denn sie waren vergiftet), vielmehr dienten sie als Verwirr- und Überbrückungswaffen.

Wörtlich übersetzt bedeutet der Ausdruck: Eine Klinge (Ken) auf der Innenseite (Ri) der Hand (Shu).

Shuriken wurden auf kurze wie auch auf lange Distanzen eingesetzt und so ist es nicht verwunderlich, dass die normale Kampfdistanz zwischen 3 bzw. 4 ken lag (5,40m bzw. 7,20m / 1ken = 180cm).

Wie schon geschrieben war Shurikenjutsu ein integraler Bestandteil vieler Kenjutsu-Schulen, darunter so bekannte wie die:

  • Tenshin Shōden Katori Shintō ryū
  • Kashima Shin ryû oder die
  • Tatsumi ryu

Darüber hinaus haben sich aber auch Schulen entwickelt, die das Shurikenjutsu als ihre primäre Waffe unterrichteten. Darunter fallen u.a. die

  • Negishi ryu und die
  • Shirai ryu

Dies bedeutet aber nicht, dass es nicht auch Techniken in Kombination von Schwert und Shuriken gibt. So lehrt die Negishi ryu Techniken in denen das Werfen von Shuriken in das Iaijutsu integriert worden sind. Ähnliches gibt es in der Tenshin Shōden Katori Shintō ryū und der Chishin ryu.

Geworfen wird aus den unterschiedlichsten Positionen; im Normalfall aber aus einer Position über den Kopf oder rechts daneben. Insbesondere auf die Arbeit des Körpers wird viel Wert gelegt, da die Kraft zum Werfen nicht aus dem Arm, sondern aus dem Körper kommen soll. Daher ist es notwendig, den Shuriken mit dem Körper und der Bewegung in Einklang zu bringen. Nur durch das Zusammenspiel dieser Faktoren, entwickelt sich die nötige Kraft und Geschwindigkeit, um auch auf längere Distanz gezielt werfen zu können.

Zur Handhabung am Beispiel der Meifu Shinkage ryu: in der Meifu Shinkage ryu kommen zwei unterschiedliche Arten zum Ensatz, wie der Shuriken in der Hand liegen kann. Diese nennen sich Jiki-Dahô und Hanten-dahô.

Bei der Jiki-Dahô Griffweise liegt der Shuriken mit der Spitze vom Ausübenden weg in der Hand.

Bei Hanten-Dahô ist es genau andersrum: Der Shuriken liegt mit der Spitze zum Ausübenden in der Hand. Hanten-Dahô kommt bei längeren Distanzen zum Einsatz; Jiki-Dahô bei kurzen.

Zur Veranschaulichung zwei Bilder:

Typen und Schulen

Zu den heute bekanntesten (und noch existierenden) Schulen, die sich primär dem Shurikenjutsu verschrieben haben, gehören die Negishi ryu, Shirai ryu sowie Meifu Shinkage ryu.

Negishi ryu

Shirai ryu


Meifu Shinkage ryu


Darüber hinaus gibt es noch weitere Schulen die das Shurikenjutsu praktizieren, darunter die folgenden:

Tenshin Shōden Katori Shintō ryū

Chishin ryu

Die Chishin ryu geht auf Heibei Iijima zurück. Dieser war Schüler von Miyamoto Iori, dem Adoptivsohn von Miyamoto Musashi. Der Shuriken der Chishin ryu zeichnet sich durch sein hohes Gewicht und sein unorthodoxes Design aus. Diese Faktoren machen diesen Typ zu einem sehr wurffreundlichen Shuriken, den auch Anfänger ohne größere Probleme werfen können. Besonders zu erwähnen ist, dass im Gegensatz zu anderen Schulen, der rechte Fuß beim Wurf vorne ist, nicht der Linke (wie zB. in der Negishi ryu oder der Meifu Shinkage ryu). Darüber hinaus lehrt die Schule auch den Umgang mit dem Schwert in Verbindung mit dem Shurikenjutsu.

Enmei ryu

So, an dieser Stelle soll unser kleiner Exkurs enden. Demnächst, bei Zeit und Muße, gibt es mehr. Dann auch weitere Infos zu den einzelnen Typen.

Yours in Budo,

Micha

Hallo,

am 11. + 12.09.2010 wird es ein Seminar der Tenshin Shōden Katori Shintō ryū in Bremen geben. Die Leitung obliegt Ulf Rott aus Leer.

Der Schwerpunkt des Seminars wird auf dem Kenjutsu (Schwertfechten) der Schule liegen. Darüber hinaus werden aber Techniken des Iaijutsu gelehrt.

Das Seminar ist auch für Anfänger geeignet. Teilnehmer mit Kenntnissen anderer Kobudo-Schulen sind gerne gesehen.

Die Ausschreibung zum Seminar findet man auf http://www.aikido-zen-bremen.de

Für alle Interessenten eine wunderbare Gelegenheit diese alte und sehr schöne Schule einmal live miterleben zu dürfen!

Yours in Budo,

Micha

"Wäre ich ein Tautropfen, so würde ich auf der Spitze eines Blattes Zuflucht suchen. Aber da ich ein Mensch bin, habe ich keinen Ort auf der ganzen Welt." - Saigo Takamori
August 2010
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