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Am letzten Wochenende waren Ausübende der Moto-ha yôshin ryû Gäste des Aikido-Zen-Dojo in Bremen. Tim Weigel kam mit einer Handvoll seiner Schüler um einen Einblick in das Curriculum der Schule zu ermöglichen. Die Teilnehmer bestanden zum größten Teil aus Praktizierenden des Bujinkan und der Katori Shinto ryu, aber auch aus dem Chinesischen Boxen und dem Karate fanden sich einige in der Grunstraße 10 ein. Selbst aus Belgien kam ein Schüler angereist um am Lehrgang teilzunehmen.

Begonnen wurde am Samstag um 10.00 Uhr. Da viele der Teilnehmer nur rudimentäre Jûjutsu Kenntnisse hatten, wurde im Aufwärmtraining auch das Thema Fallschule behandelt. Nach dieser kurzen Phase bekamen die Teilnehmer durch eine kleine Vorführung durch Tim Weigel und seine Schüler einen Einblick in die Schule. Nach erstem Staunen und lächelnden Gesichtern ging es nun daran, selbst Hand anzulegen: die ersten Techniken der kihon no kata wurden geübt mit Fokus auf die richtige Kombination von Füßen, Hüfte, Oberkörper und Händen. Die erste Einheit ging bis 13.00 Uhr, gefolgt von einer etwas längeren Mittagspause. Um 16 Uhr ging es zurück auf die Matte und weitere Techniken wurden geübt, darunter auch Techniken im Sitzen aus seiza.Nach ca. 1 ½ Stunden wurde das Gebiet des Jûjutsu verlassen und der andere Teil des Seminars, Techniken der Mugai ryu Iaido, standen auf dem Programm. Geübt wurden vier (Vorübungs-)Grundkata der Schule sowie zwei weitere Kata des normalen Curriculums. Um 19 Uhr wurde der erste Tag des Seminars beeendet und der Abend gemütlich im Restaurant um die Ecke verbracht.

Der zweite Tag begann ebenfalls um 10 Uhr mit einem kleinen Aufwärmtraining und anschließendem Wiederholen der am Vortag gelernten Techniken. Am Sonntag waren es nur noch ca. 14 Teilnehmer (von Samtags 19), aber dieses machte der Stimmung keinen Abbruch. Eher im Gegenteil: man konnte noch intensiver miteinander trainieren. Nach wieder 1 ½ Stunden wurde gewechselt in das Gebiet des kenjutsu, genauer gesagt: Kurzschwert gegen Langschwert. Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie man mit dem Kurzschwert gegen das Langschwert antreten kann und welch Möglichkeiten, aber auch Gefahren sich bieten. Um 13 Uhr wurde der Lehrgang offiziell beendet. Im Anschluss wurde noch ein wenig über den Tellerrand geblickt und die Zeit für abschließende, gute Gespräche und die ein oder andere Technik genutzt.

Alles in allem war es einer der besten Lehrgänge für das Dojo. Alle Teilnehmer hatten viel Spaß und waren mit der richten Einstellung bei der Sache. Tim Weigel versteht sein Handwerk und konnte die Techniken gut und präzise rüberbringen, auch mit den nötigen Erklärungen wenn die Technik bei uns Teilnehmern nicht beim ersten Mal geklappt hat. Vielen Dank an dieser Stelle für das tolle Seminar! Ebenfalls bedanken möchte ich mich bei seinen Schülern die uns tatkräftig als uke zur Verfügung standen und uns somit ermöglichten, die Technik mit einem versierten Partner auszuführen. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön!

Wir hoffen, dass es nicht der letzte Lehrgang in Bremen war und würden uns freuen, beim nächsten Mal auch den ein oder anderen Teilnehmer begrüßen zu dürfen, der sich die erste Gelegenheit vielleicht entgehen hat lassen.

Yours in Budo

Micha

Nehmen wir einmal an, es findet irgendwo auf dieser Welt ein Seminar mit einem japanischen Lehrer statt. Nun besucht ein Individuum dieses Seminar und bietet dem Lehrer eine stattliche Summe Geld im sechsstelligen Euro-Bereich und fragt anschließend was er dafür bekommen könnte. Und der Lehrer antwortet: eine menkyo Lizens.

Anderes Beispiel: nehmen wir an, ein Lehrer möchte seine Tochter als zukünftiges Stiloberhaupt und obersten Lehrer sehen und entschließt sich alle anderen hohen Schüler/Sempai/Lehrer aus dem Dojo zu schmeißen, nur um eventuellen Konflikten, die sich aus der Situation entwickeln könnten, entgegen zu wirken.

Ein drittes Beispiel: nehmen wir an, es findet irgendwo auf dieser Welt ein Seminar mit einer tollen Gruppe von Leuten statt,  die fleißig und mit der richtigen Einstellung Budô praktizieren. Man entschließt sich, nach dem Lehrgang noch ein wenig sich auszutauschen und  seinen Horizont zu erweitern. Nichts Besonderes, könnte man meinen. Nun kommt aber ein Mitglied einer anderen Gruppe, die eine Stunde nach Ende des Lehrgang das Dojo für sich beantsprucht, und meint, es müsse die Atmosphäre im Dojo durch negative Aussagen und Angriffe verbaler Art und Weise stören. Der Fluß des guten Budô wurde also gestört. Als dann noch später heftige Diskussionen zwischen einigen Lehrgangsteilnehmern und dem Mitglied der anderen Gruppe auftraten, war der Karren ganz in den Dreck gezogen.

Was sollen uns diese Beispiele sagen?

Zu Beispiel Nr. 1 : Lizenzen darf man sich nicht erkaufen. Man muss hart dafür trainieren um irgendwann die Würdigung durch den Lehrer in Form von Lizenzen zu erhalten. Derjenige mit dem Batzen Geld hat nie zuvor die Schule praktiziert für die er nun die Lizenz bekommen hatte…

Beispiel Nr.2 : Familiäre Bindungen hin oder her: wenn der gewollte Nachfolger, in diesem Fall die junge Frau, kein gutes Budô macht, sprich Technik und Prinzipien nicht versteht, darf sie nicht als derjenige fungieren der die Schule in die nächste Generation bringt. Wie sagte ein Freund von mir: die Schule wird sterben. Und er ist Mitglieder dieser Schule…

Beispiel Nr. 3: Auch wenn ein Lehrgang um Punkt 13:00 Uhr laut Ausschreibung zu Ende sein sollte, verjagt man seine Gäste nicht im nächsten Moment von der Matte. Ohne Gruß und Höflichkeit auf die Matte gestürmt zu kommen und den Platz für sich zu beantspruchen geht auch nicht. Dann noch die Lehrgangsteilnehmer, als Krönung, des Diebstahls zu bezichten geht erst recht auf keine Kuhhaut.

Wenn man einen Lehrgang gibt, geht auch nach der eigentlichen Unterrichtsstunde die Entwicklung jedes einzelnen weiter. Gespräche werden weiter geführt, Techniken nochmals im Detail erläutert oder einfach nur die gute Stimmung genossen. Anfeindungen von außen haben nichts auf der Matte zu suchen. Die Matte sollte unpolitisch und frei von äußeren Einflüssen sein.

Leider kommt es immer häufiger zu solchen Entgleisungen diverser Individuuen, die nicht verstehen, worum es wirklich in den Kampfkünsten geht.

Schade drum.

"Wäre ich ein Tautropfen, so würde ich auf der Spitze eines Blattes Zuflucht suchen. Aber da ich ein Mensch bin, habe ich keinen Ort auf der ganzen Welt." - Saigo Takamori
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