Seid ihr schon einmal mit eurem Karate Sensei Abends unterwegs gewesen, durch diverse Bars gezogen und habt am Boden gelegen vor Lachen (und natürlich größtem Respekt!) wie er mit einem Mawashi Geri den Fahrstuhlknopf betätigt hat (und dass ihm besten Mannesalter von 79 Jahren)? Oder dass sich euer Sensei während des Training die Haare im Büro hat schneiden lassen und pünktlich zur nächsten Einheit mit topgestylter Frisur wieder auf der Matte stand?
Ja? Dann habt ihr diese Leute wohl verdammt gerne.
So geht es mir auch, so geht es vielen meiner Freunde die hier in Japan sich den Kampfkünsten widmen. Es sind die kleinen Dinge, die zwischenmenschlichen, die dass Training (und die Zeit danach) erst richtig schön werden lassen. Wenn euer Sensei euch abends auf dem Gasshuku beim gemütlichen beisammen sitzen sagt dass ihr mehr Alkohol trinken sollt damit euer Kenjutsu besser wird, könnte man vor Scham im Boden versinken oder diesen Herren einfach nur lieb haben.
Alte (oder besser gesagt: Männer im besten Alter) Japaner sind wirklich sehr entspannt und ausgelassen, zeigen aber auf der Matte was Sache ist und führen ihre Schüler dorthin wo sie hingehören: auf den richtigen Weg der Kampfkunst.

Meine Zeit hier in Japan ist fast vorüber doch wurde mir von der alten Generation sehr viel Freundlichkeit und ja, auch Zuneigung entgegengebracht. Die gemeinsamen Abende bei meinem Shakuhachi Sensei im Beisein einer guten Flasche Satsuma Shochu werde ich nie vergessen, genauso wenig mein kurzes Zusammentreffen mit einem Karate Sensei aus Okayama und natürlich meinem Sensei, der mich auf den richtigen Weg brachte und mir in vielerlei Hinsicht auch die Augen geöffnet hat.

An dieser Stelle möchte ich eigentlich nur eines sagen:

Danke, danke für alles.

Yours in Budo

Micha, nur ein kleiner Fisch im Wasser

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