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Kann ein Mensch unsterblich werden?

Nein, nicht wie in Highlander und anderen Hollywood-Schinken.
Durch Taten, Büchern, Dingen die ihn für die Welt „unersetzlich“ gemacht haben oder deren Handeln den Lauf der Geschichte massgeblich beeinflusst haben.
Welch Menschen sind unsterblich?
Albert Einstein? Natürlich! Jeder kennt ihn, die meisten wissen auch was er geleistet hat.
Ebenso bei Menschen wie Beethoven, Goethe, Washington, Buddha, Christus…

…oder Iizaza Choisai Ienao.

…Bitte wer?

Tja, die wenigen kennen ihn, doch die, die von ihm gehört haben, schätzen ihn und das was er hervorgebracht hat. Er ist Gründer der Tenshin Shoden Katori Shinto ryu, einer der ältesten Schulen für japanische Kampf- und Kriegskünste. Seine Schule, seine Schüler, brachten Zweigschulen hervor die sich hinter ihrer Mutter nicht verstecken brauchten. Zwei Beispiele gefällig? Die Jigen ryu aus Satsuma, berühmt berüchtigt für ihre Aramusha, „wilden Krieger“, denen man nachsagte, sie könnten 5m in 3 Schritten zurück legen, mit der Kraft ihres Kiai ganze Menschenmassen teilen und welche die Hausschule von vielen Reformern im 19. Jahrhundert darstellte. Oder die Shinkage ryu, welche in eine ihrer späteren Ausprägungen großen Einfluss ausübte und als Hausschule des Shogunats diente.
Schaut man sich die Geschichte der Schule an, so erkennt man das im 15. Jahrhundert etwas geschaffen worden ist, das bis heute noch Bestand hat und von einigen auf dieser Welt hoch geschätzt und gewürdigt wird.

Und alles ging von diesem Manne aus. Iizaza Choisai Ienao, jener, der 1000 Tage am Katori Jingu verbrachte, auf seinen Erkenntnissen seine Schule begründete und maßgeblich an der Entwicklung der japanischen Kampfkünste beteiligt war.

Ich für meinen Teil glaube: dieser Mann ist unsterblich. Vielleicht nicht in dem Sinne eines Einsteins, Wildes oder Beethovens, aber er ist es. Und er wird es immer sein, schon seit seinem Tode und bis in alle Ewigkeit, solange sich nur Menschen an seine Geschichte, seine Schule und seine Lehren erinnern.

Sensei

Als ich damals anfing mich mit Kampfkunst zu beschäftigen, fanden zwei sehr bekannte Bücher ihren Weg in meine Sammlung. Zum einen das „Hagakure“ von Yamamoto Tsunetomo, zum anderen das „Go rin no sho“ von Miyamoto Musashi.

In beiden wird der Samurai als todesverachtend dargestellt und sollte nach bestimmten Idealen sein Leben ausrichten. Er sollte den Tod hinnehmen als etwas das unumgänglich ist, als etwas alltägliches, etwas natürliches.
Schlechte Übersetzungen und Missinterpretationen bringen dann solch Sätze wie „Der Weg des Krieger liegt im Sterben“ zu Tage. Natürlich, wir wissen nicht (oder ich weiß es nicht) wie es zur damaligen Zeit wirklich war, nur, wie geht man heutzutage mit so etwas um?

Was geht in einem vor, wenn man einen geliebten Menschen verliert? Trauer und Schmerz hat vermutlich jeder von uns in dieser Hinsicht erlebt.

In den Kampfkünsten wird gelehrt, respektvoll und gutmütig miteinander umzugehen. Man wird für sein Drumherum sensibilisiert. Man stößt sich nicht an irgendwelche Kanten, sondern steht in Harmonie mit seinen Mitmenschen. Man geht intensiver durch das Leben, die Wahrnehmung verschärft sich, die Sinne werden geschult.
Hilft uns dieses „Wissen“ bzw. unser Studium im Todesfall? Wenn ein geliebter Mensch von uns geht oder wir das Leid und den Schmerz uns Nahestehender sehen, gehen wir diese Situation dann anders an? Fühlen wir die gleiche Leere in uns, oder ist das, was geschehen ist, uns vielleicht intensiver bewusst als es dem Ungeübten ist? Schult die Ausbildung in den Kampfkünsten auch solch tief in der Psyche des Menschen verwurzelte Gefühle wie Trauer oder Schmerz? Lernen wir besser mit ihnen umzugehen, den sprichwörtlichen „kühlen Kopf“ zu bewahren?

Ich glaube, das der Schmerz und die Trauer jedem Menschen auf ihre Weisen begegnen. Jeder Mensch trauert auf seine Weise, jeder Mensch geht anders mit diesen Gefühlen um.

Die Ausbildung in den Kampfkünsten gibt uns vielleicht nur den nötigen Halt um mit klarerem Verstand an die Sache herangehen zu können. Im Keiko geht man an seine Grenzen, physisch wie psychisch. Bei der Trauer um einen lieben Menschen lastet alles auf der mentalen Stärke jedes Einzelnen. Und diese Stärke mag uns vielleicht helfen über unsere Trauer hinwegzukommen.

In den letzten Wochen haben ein paar interessante Bücher ihren Weg in mein trautes Heim gefunden.
Hier nun eine kurze Vorstellung:

Tennen Rishin ryu Kenjutsu

Das Buch gibt eine Einführung in die Geschichte der Tennen Rishin ryu, deren Philosophie, den Kata und anderen Aspekten der Schule. Bekannt wurde die Schule zum Ende der Edozeit, als die Shinsengumi, eine Samurai-Schutztruppe die für das Shogunat kämpfte, in Kyoto für Ordnung sorgte. Einige ihre Gründungsmitglieder, darunter Kondo Isami und Hijikata Toshizo (siehe Fotos), kamen ursprünglich aus einem Dojo der Tennen Rishin ryu bevor sie nach Kyoto zogen.

Kondo Isami, Kommandant der Shinsengumi

Hijikata Toshizo, Vizekommandant der Shinsengumi

Yakumaru Jigen ryu

Man sagt, der Tennen Rishin ryu und der Shinsengumi standen die Kräfte des Südens in den letzten blutigen Tagen des Shogunats gegenüber. Insbesondere die Jigen ryu aus Satsuma wird in diesem Kontext häufig erwähnt. Eine Ausprägung der Schule ist die Yakumaru Jigen ryu. Wie auch die Togo Jigen ryu praktiziert die Schule ein etwas, für den Aussenstehenden, eigenwillig anmutendes Kenjutsu. Durch das sehr intensive Kiai und der Philosophie welche der Schule zu Grunde liegt, kann man die damaligen Ansichten der Leute gegenüber der Jigen ryu fast ein bisschen teilen…

Das Buch beinhaltet folgende Gliederung (Quelle: http://www.budogu.com):

11 Chapter 1: JIGEN RYU HISTORY
13 Tenshinsho Katori Shinto Ryu
23 Tenshinsho Jigen Ryu
41 Jigen Ryu Seishinhen (Thought)
65 Jigen Ryu Gijutsuhen (Techniques)
75 Zenkoku Jigen Ryu (Jigen Ryu throughout Japan)
97 Yakkumaru Family History 1
113 Yakkumaru Family History 2
127 The Character of Yakkumaru
145 CHAPTER 2: The History of the Appearance of Yakkumaru Ryu
147 Sakura Tamon Soto
169 The Teradaya Incident
187 Ikiso Jiken
205 CHAPTER 3: The Solid Techniques of Yakkumaru Ryu
207 Basic Information
227 Fundamental Principles
235 Yoko Ki Uchi
263 Furi Uchi
289 Nuki
311 Uchi Kaeshi
325 Naga Bokuto
331 Tsuba
343 Kodachi and Other Items
351 The Feeling of Shugyo
363 CHAPTER 4
413 Afterword

Iaido Hongi: Muso Shinden ryu

Für Praktizierende der Schule wärmsten zu empfehlen!
Es werden alle Kata der Schule im Detail gezeigt. Zudem ist das Buch halb Japanisch, halb Englisch. Die Grundkenntnisse des Iaido werden vermittelt, die Grundschule erklärt sowie die Studen Shoden, Chuden und Okuden durchgenommen. Ich hätte mir, auch um den Vergleich zu einem älteren Buch (Iaido: Sono Riai To Shinzui von Danzaki Sensei) zu bekommen, einen Teil über die Kumitachi der Schule gewünscht. Viele Praktizierende hierzulande kennen sie leider nicht obwohl sie eigentlich fester Bestandteil der Schule sind.

Trotzdem ist da Buch gerade auch für Anfänger geeignet, die auf der Suche nach einem Buch direkt „von der Quelle“ sind.

Weitere Bücher folgen…

Letzten Montag durfte ich in Vertretung für den Trainingsleiter die Unterrichtsstunde geben.

Kleine Gruppe, viel Kihon, Teile der Kata herausgepflückt, besprochen und versucht daraus schlauer zu werden.
Leider plagen mich in letzter Zeit Gedanken bezüglich eines meiner Mittrainierenden.

Er hat eine sehr fraglich Einstellung zum Leben und leidet unter seinem sozialen Umfeld, allen voran seiner Familie und der Arbeit. Die letzten Monate waren sehr hart für ihn, und obwohl ich seine Einstellung zum Leben nicht teile beschäftigt er mich trotzdem.

Das Dojo an sich ist mehr als nur ein Ort in dem sich Interssierte ihrer Kunst widmen. Es stellt eine Gemeinschaft dar, in dessen Mittelpunkt die Kampfkunst steht. Doch auch ausserhalb des eigentlichen Dojoleben sind die Ausübenden einander nicht fremd. Man unternimmt etwas zusammen, tauscht sich aus, ja, selbst bei Problemen wird sich geholfen.

Nun denke ich darüber nach wie ich ihm helfen kann. Ein Problemfall im Dojo betrifft alle, denn er zieht die allgemeine Moral herunter und schadet (wohl unwollend) dem Dojo.
Ich werde versuchen in den nächsten Wochen intensiver auf ihn einzugehen.

Es scheint, als wäre die Kampfkunst im Moment das einzige was er hat…

Eine kleine Buchempfehlung

Relativ neu auf dem Markt sind folgende Bücher von William de Lange:

Famous Japanese Swordsmen: Of the Two Courts Period

Famous Japanese Swordsmen: Of the Warring States Period

DeLange geht in beiden näher auf die Geschichte und den Lebensweg berühmter Samurai ein, die in direkter Verbindung mit den Kampfkünsten stehen. So in Band „Famous Japanese Swordsmen: Of the Warring States Period“ auf Iizasa Choisai Ienao und Kami Izumi Nobutsuna, ersterer Gründer der bekannten Tenshin Shoden Katori Shinto ryu.

Für Freunde der mittelalterlichen Geschichte der Kampfkünste und den Männern die hinter ihr gestanden haben, und für all diejenigen die tiefer in die Materie dringen wollen sind diese Bücher zu empfehlen.

Beide Exemplare können über http://www.amazon.de bezogen werden.

Bach

Bisher war ich der Meinung, dass Esoterik mir beim Studium der Kampfkünste nicht wirklich helfen kann. Ich machte mir nichts aus alten Doktrin die vor Jahrhunderten aufgestellt worden sind und nur von den wenigsten heute noch verstanden werden. Die Lehren von In-Yo (Yin – Yang) oder dem esoterischen Buddhismus (Mikkyo) habe ich immer aussen vor gelassen und mich nur auf die reine Kata und die Geschichte meiner Schule fixiert.

Dies war ein großer Fehler.

Am Wochenende war ich bei einem meiner Lehrer eingeladen und er zeigte mir einige seiner Bücher zum Thema Philosophie in den Kampfkünsten, speziell auch zu meiner Schule. Dabei erklärte er mir dass die Esoterik der Grundpfeiler vieler (wenn nicht sogar aller) alten Kampfkunstschulen darstellt, doch wird dieses heutzutage nur von den wenigsten realisiert und auch angewendet bzw. ins Studium mit eingebunden. Nur, wie bringt man die Esoterik in dass eigentliche Keiko? Dazu muss man den Hintergrund der Schule kennen und den Sinn der Kata und des Kihon. Warum parieren wir dort, warum schneiden wir hier? Was steckt hinter dem Ganzen?

Otake Sensei beschreibt in seinem Buch „The Deity and the Sword“ sehr anschaulich den esoterischen Part seiner Schule. In diesem Buch gibt ein Bild – Ritsu-ken, welches die Grundpfeiler dieser Schule darstellt. Den Mond, die Sonne und die fünf Elemente. In-Yo-Gogyu.
Alles muss in Harmonie zu einander stehen. Kein Licht ohne Schatten, kein Plus ohne Minus, keine Aktion ohne Reaktion. Befasst man sich mit den höheren Kata der Schule wird man erkennen dass genau dieses Prinzip zur Geltung kommt. Es sieht so aus als würde die ganze Kata im ständigen Gleichgewicht der Partner stehen. Es mag manchmal sogar fast tänzerisch aussehen wie beide enge Wege gehen, Schnitte und Stiche ausführen die mit der Konterbewegung wiederum aufgefangen werden um ihrerseits ebenfalls wieder aufgefangen zu werden. So entwickelt sich die Kata bis sie beide am Schluss wieder in der Grundstellung wiederfinden.

Wenn man diese Prinzipien versteht, sich mit den Elementen auseinander setzt und dieses auf die Kata und Kihon überträgt erkennt man dass mehr hinter dem Ganzen steckt. Esoterik ist der Schlüssel (oder einer der Wege) zu den wahren Hintergründen der Kampfkunst. Versteht man diese Prinzipien versteht man die Kata. Versteht man die Kata, versteht man denn Sinn der Schule. Versteht man den Sinn, kommt es nicht mehr drauf an ob man pariert oder schneidet, denn dann ist es vollkommen egal welche Bewegung man ausführt. Dass einzige was passiert ist dass man eines der wichtigsten Dinge der Kampfkunst verstanden hat.

Was dass ist muss jeder für seine Kampfkunst finden.
Mein Lehrer hat mir nen Schubs in die richtige Richtung gegeben und ich sehe meine Kampfkunst jetzt mit anderen Augen. Und dass hat nichts mit Übernatürlichkeit und Hirngespinsten zu tun sondern einfach mit dem Sein der Kampfkunst und den Beweggründen der Gründer dieser Schulen.

Im Zuge meiner mehr oder minder stetigen Entwicklung dieses Blogs habe ich eine neue Kategorie hinzugefügt. In ihr werden in Zukunft Videos oder Dokumente behandelt, die es meiner Meinung nach Wert sind erwähnt zu werden.

Den Anfang macht eine Doku der BBC aus den frühen 80ern über die Tenshin Shoden Katori Shinto ryu.

Die vier Videos sind jeweils ca. 10 Minuten lang und zeigen auf sehr interessante Weise diese Kampfkunst in vielen unterschiedlichen Teilen. Dojoalltag, esoterische Elemente oder Geschichtliches.

Meine Empfehlung: absolut sehenswert!

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Teil 4:

Yours in Budo

Micha

Seid ihr schon einmal mit eurem Karate Sensei Abends unterwegs gewesen, durch diverse Bars gezogen und habt am Boden gelegen vor Lachen (und natürlich größtem Respekt!) wie er mit einem Mawashi Geri den Fahrstuhlknopf betätigt hat (und dass ihm besten Mannesalter von 79 Jahren)? Oder dass sich euer Sensei während des Training die Haare im Büro hat schneiden lassen und pünktlich zur nächsten Einheit mit topgestylter Frisur wieder auf der Matte stand?
Ja? Dann habt ihr diese Leute wohl verdammt gerne.
So geht es mir auch, so geht es vielen meiner Freunde die hier in Japan sich den Kampfkünsten widmen. Es sind die kleinen Dinge, die zwischenmenschlichen, die dass Training (und die Zeit danach) erst richtig schön werden lassen. Wenn euer Sensei euch abends auf dem Gasshuku beim gemütlichen beisammen sitzen sagt dass ihr mehr Alkohol trinken sollt damit euer Kenjutsu besser wird, könnte man vor Scham im Boden versinken oder diesen Herren einfach nur lieb haben.
Alte (oder besser gesagt: Männer im besten Alter) Japaner sind wirklich sehr entspannt und ausgelassen, zeigen aber auf der Matte was Sache ist und führen ihre Schüler dorthin wo sie hingehören: auf den richtigen Weg der Kampfkunst.

Meine Zeit hier in Japan ist fast vorüber doch wurde mir von der alten Generation sehr viel Freundlichkeit und ja, auch Zuneigung entgegengebracht. Die gemeinsamen Abende bei meinem Shakuhachi Sensei im Beisein einer guten Flasche Satsuma Shochu werde ich nie vergessen, genauso wenig mein kurzes Zusammentreffen mit einem Karate Sensei aus Okayama und natürlich meinem Sensei, der mich auf den richtigen Weg brachte und mir in vielerlei Hinsicht auch die Augen geöffnet hat.

An dieser Stelle möchte ich eigentlich nur eines sagen:

Danke, danke für alles.

Yours in Budo

Micha, nur ein kleiner Fisch im Wasser

Am 3. November diesen Jahres fand beim Meiji Jingu das alljährliche Enbu statt. Gezeigt wurden die unterschiedlichsten Kampfkünste, darunter viele Kenjutsu-ryuha, Jûjutsu-ryuha aber auch Yabusama (Bogenschießen zu Pferd) und Hojutsu (die Arkebusenschießkunst) waren vertreten.

Das Enbu begann um 10 Uhr und endete gegen kurz nach 16 Uhr. Auf der Rasenfläche haben immer zwei Gruppen nebeneinander ihr Programm vorgeführt. Es war ein strahlender „Spätsommertag“ mit vielen schönen Momenten.

Das Dojo in dem ich zur Zeit die Kampfkünste studiere hat ebenfalls eine Demonstration ihrer Kampfkunst dargeboten. Gezeigt wurde das Kenjutsu, Iaijutsu, Bojutsu sowie Naginatajutsu der Tenshin Shoden Katori Shinto ryu unter der Leitung von Sugino Sensei.

Hier ein Auszug aus der vorführenden Schulen:

  • Toyama ryu
  • Negishi ryu Shurikenjutsu
  • Shinto Muso ryu Jojutsu
  • Asayama Ichiden ryu Heiho
  • Fuden ryu Sojutsu
  • Susuichi ryu Jujutsu
  • Yagyu Shinkage ryu
  • Sekiguchi ryu Iaijutsu
  • Chokugen ryu Naginatajutsu (O-Naginata)
  • Jikishinkage ryu Naginatajutsu
  • Kashima Shinden Jikishinkage ryu
  • Tenshin Shoden Katori Shinto ryu Otake Sensei
  • Maniwa Nen ryu
  • Araki ryu Gungyo Kogusuke
  • Shingoto ryu
  • Yagyu Shingan ryu Heiho
  • Shinto Munen ryu Kenjutsu
  • Tenshin Shinyo ryu Jujutsu
  • Tenshin Shoden Katori Shinto ryu Sugino Sensei
  • Wado ryu Karate Jutsu
  • Toda ha Buko Ryu Naginatajutsu
  • Shin Muso Hayashizaki ryu
  • Shibukawa Ichiro ryu
  • Kurama ryu Kenjutsu
  • Sekiguchi ryu Battojutsu
  • Takenouchi ryu
  • Daito ryu Aikijujutsu
  • Yagyu Shingan ryu (Yoroi)
  • Tatsumi ryu
  • Ryukyu Kobujutsu

Und hier nun ein Paar Impressionen:


Wer an allen Fotos interesse hat findet sie hier:

Meiji Jingu Enbu 2006

Die Fusen ryu (auch bekannt als Motsuge Ryu) wurde von Takeda Motsuge in den frühen Jahren um 1800 gegründet. Takeda Motsuge wurde 1794 in Matsuyama geboren. Schon in seinen jungen Jahren widmete er sich verschiedensten Kampfkünsten (er lernte unter Takahashi Inobei Nanba Ippo-Ryu und erhielt hierin auch Menkyo kaiden) und hat während seines Lebens verschiedene Stilrichtungen studiert, darunter finden sich u.a. die Takenouchi ryu, Sekiguchi ryu, Yoshin ryu, Shibukawa ryu sowie Yagyu ryu.
Was diese Stilrichtung kennzeichnet ist das besondere, das es sich hierbei nicht um eine Samurai Schule handelt. Takeda Motsuge wurde mit 6 Jahren von seinen Eltern in den Ryu Tai Ji Tempel (竜泰寺)geschickt wo er bis zu seinem 12 Lebensjahr lebte. Anschliessend began er sein Studium des taijutsu (Gei Shu Han) unter Meister Takahashiihyoei Mitsumasa.
Mit 19 began seine Reise durch Japan um die buddhistischen Lehren und die Kampfkunst zu studieren. Im Alter von 31 Jahren wurde er oberster Priester des Saihouji Tempel (済法寺).

Eine kleine Geschichte:
Eines Tages ging Takeda Motsugai durch Kyoto und kam an einem Büro der damals sehr bekannten Shinsengumi (新撰組 Samurai -Schutztruppe, die in der Edo-Periode für das Shogunat kämpfte) vorbei. Als er interessiert ihrem Training zuschaute, wurde der Anführer der Shinsengumi, Kondo Isami, wütend und attackierte Motsugai mit seinem Speer.
Es wurde bezeugt das Takeda Motsugai Kondo Isami sehr schnell und einfach besiegte.

Bekannt wurde Fusen ryu auch durch eine andere Geschichte:
Es wurde einmal ein Kampf zwischen der Judo Schule von Kano Jigoro und der Fusen ryu Schule unter der Leitung von Mataemon Tanabe angesetzt. Mataemon´s Schüler haben der Kano Schule herbe Niederlagen beigebracht, nicht zuletzt auch durch die gute Bodenarbeit der Fusen ryu. Kano Jigoro hat daraufhin sehr viel Wert und Augenmerk auf eine gute Bodenarbeit gelegt, was heutzutage fester Bestandteil im Judo ist.

Leider gibt es über diese wunderbare Kampfkunst sehr wenig Informationen im Internet. Schulen in Japan sollen in Osaka sowie in Tsuyama in der Präfektur Okayama angesiedelt sein. Eventuell wird in Zukunft mehr über die Fusen ryu zu berichten sein. Durch einen Kontakt hier in Japan habe ich die Möglichkeit vielleicht an ein paar mehr Informationen zu kommen.

Bis dahin, ein kleines Video:


korosu – kowasu

"Wäre ich ein Tautropfen, so würde ich auf der Spitze eines Blattes Zuflucht suchen. Aber da ich ein Mensch bin, habe ich keinen Ort auf der ganzen Welt." - Saigo Takamori
März 2008
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